Chronik Ägypten
3200 v.Chr. bis in die Gegenwart
| 3200-332 v. Chr.: | 1.-30. Dynastie; Altes, Mittleres und Neues Reich |
| 332-30 v. Chr.: | Alexander und die Ptolemäer; |
| 331 v. Chr.: | Alexandria wird gegründet |
| 30 v.Chr. - 395 n.Chr.: | Römerherrschaft |
| 395-639 n.Chr.: | Byzantinische Herrschaft |
| 640-969 n.Chr.: | Muslimische Eroberung; Herrschaft des Kalifen von Damaskus bzw. Bagdad |
| 969-1171 n.Chr.: | Fatimiden |
| 969 n.Chr.: | Gründung von Kairo |
| 1171-1250 n.Chr.: | Aijubiden; Saladin erobert das Königreich Jerusalem (Kreuzfahrerstaat), Syrien und Mesopotamien. |
| 1250-1517 n.Chr.: | Mamelukenherrschaft |
| 1517-1714 n.Chr.: | Osmanische Herrschaft |
| 1798-1801 n.Chr.: | Napoleon in Ägypten; Sieg der Briten bei Abukir |
| 1805-1849 n.Chr.: | Mohammed Ali, osmanischer Statthalter |
| 1863-1879 n.Chr.: | Ismail, seit 1863 "Vizekönig" (Khedive) |
| 1869 n.Chr.: | Eröffnung des Suezkanals |
| 1881/1882 n.Chr.: | Urabi-Aufstand; brit. Besetzung Ägyptens |
| 1881-1885 n.Chr.: | Aufstand des Mahdi im Sudan |
| 1894(26.4.) n.Chr.: | Rudolf Heß wird in Alexandria geboren. Dt. Politiker, Stellvertreter Adolf Hitlers ab 1933, gestorben am 17.08.1987 in Berlin. |
| 1896-1898 n.Chr.: | Kämpfe im Sudan; Lord Kitchener besiegt die Mahdisten. |
| 1899 n.Chr.: | Errichtung eines anglo-ägyptischen Kondominiums über Sudan. |
| 1908 (10.2.) | In Kairo stirbt Mustafa Kamil, geboren am 14.08.1874, ägypt. Publizist und Politiker |
| 1914 (18.12.) | Ägypten britisches Protektorat |
| 1919 | Nat. Aufstand unter Führung der Wafd-Bewegung |
| 1922 | Ägypten unabhängiges Königreich; König Fuad I. |
| 1936 (28.4.) | König Fuad †; Nachf. Faruk I. Anglo-Ägyptischer Vertrag |
| 1942 (Juli) | Brit. Truppen stoppen deutschen Vormarsch bei al-Alamein |
| 1945 (Aug.) | Gründung der Arabischen Liga; Mitgründung der UNO |
| 1948 | Erster arabisch-israel. Krieg; 1949 Waffenstillstand |
| 1952 (23.7.) | Revolution der "Freien Offiziere" unter Gamal Abdel Nasser |
| 1953 (18.6.) | Ausrufung der Republik; Staatspräsident Mohamed Nagib |
| 1954 (19.10.) | Suez-Abkommen über Abzug der britischen Truppen |
| 1956(12.6.) | Abzug der letzten britischen Truppen aus der Suezkanalzone |
| (23.6.) | Nasser zum Staatspräsidenten gewählt; neue Verfassung |
| (26.7.) | Verstaatlichung des Suezkanals |
| (29.10.-7.11.) | Zweiter arabisch-israelischer Krieg (Suez-Krieg): Angriff von Israel, Großbritannien und Frankreich auf Ägypten |
| 1957 | Suezkanal eröffnet wieder, nachdem UNO-Flotte Blockade räumt. |
| 1958 (21.2.) | Vereinigte Arabische Republik mit Syrien (bis 1961) |
| 1960 | Sowjets beginnen Arbeit an dem Aswan Damm. |
| 1961 | Syrien setzt Union mit Ägypten ab. |
| 1965 (Mai) | Abbruch diplomatischer Beziehungen zur BR Deutschland wegen deutscher diplomatischer Beziehungen zu Israel |
| 1967 (19.5.) | Abzug der UN-Friedenstruppe von der ägypt.-israel. Grenze |
| (22.5.) | Sperrung des Golfs von Akaba für israelische Schiffe |
| (5.-10.6.) | Dritter arabisch-israelischer Krieg; Sperrung des Suezkanals; Gaza-Streifen und Sinai-Halbinsel durch Israel besetzt |
| (29.8.-1.9.) | Ägypten und Saudi-Arabien beenden den Jemen-Krieg |
| 1970 (28.9.) | Gamal Abdel Nasser †; |
| (15.10.) | Anwar al-Sadat Nachfolger |
| 1971 (Jan.) | Einweihung des Assuan-Hochdamms (Mai) Prosowjetische "Verschwörergruppe" um Ali Sabri entmachtet; Freundschaftsvertrag mit Sowjetunion |
| 1972 (8.6.) | Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Bonn |
| 1973(6.10.) | Oktober- bzw. Yom-Kippur-Krieg |
| 1974 (18.1.) | Erstes Truppenentflechtungs - abkommen mit Israel |
| (12.6.) | Besuch von US-Präsident Nixon; diplomatische Beziehungen und Wirtschaftsabkommen |
| 1975 (5.6.) | Wiedereröffnung des Suezkanals |
| (Sept.) | Zweites Sinai-Abkommen mit Israel |
| 1976 (25.3.) | Kündigung des Freundschaftsvertrages mit der Sowjetunion |
| (Okt./Nov.) | Parlamentswahlen; Zulassung politischer Parteien |
| 1977 (22.7.) | Bewaffnete Zusammenstöße an der libyschen Grenze |
| (19./20.11.) | Besuch von Präsident Sadat in Jerusalem |
| 1978 (Aug.) | Gründung der National-Demokratischen Partei durch Sadat |
| (17.9.) | Rahmenabkommen von Camp David mit Israel |
| 1979 (26.3.) | Friedensvertrag mit Israel in Washington unterzeichnet (19.4. durch Referendum gebilligt) |
| (März) | Arabischer Boykott Ägyptens |
| 1980 (25.1.) | Scharia wird Hauptquelle der Gesetzgebung |
| (26.2.) | Botschafteraustausch mit Israel |
| (27.7.) | Mohammed Reza Pahlewi, geboren am 26.10.1919 in Teheran (Iran), iran. Schah, Herrscher 1941-79, stirbt in Kairo |
| 1981 (6.10.) | Ermordung von Präsident Sadat durch militante Islamisten |
| (13.10.) | Wahl von Hosni Mubarak zum Nachfolger |
| 1982 (25.4.) | Rückgabe der Sinai-Halbinsel bis auf Taba |
| (Okt.) | Integrationscharta mit Sudan |
| 1984 (25.9.) | Diplomatische Beziehungen mit Jordanien |
| 1987 (5.10.) | Mubarak wird durch Referendum im Amt bestätigt |
| 1989 (Mai) | Wiederaufnahme in die Arabische Liga |
| (Dez.) | Normalisierung der Beziehungen zu Syrien |
| 1990 (29.11./6.12.) | Parlamentswahlen; regierende NDP gewinnt 348 von 444 Sitzen |
| 1991 (Jan./Febr.) | Ägypt. Beteiligung an antiirakischer Koalition im Zweiten Golfkrieg |
| 1992-1997 | Anschläge militanter Islamisten gegen Regimevertreter, koptische Gläubige und ausländischen Touristen (v. a. 1992-1994; 1997) |
| 1993 (12.10.) | Zweiter Amtsantritt Mubaraks |
| 1995 (26.6.) | Attentat auf Mubarak in Addis Abeba |
| (29.11./6.12.) | Parlamentswahlen; NDP gewinnt 318 Sitze, Unabhängige 112 |
| 1996 (2.1.) | Rücktritt des Kabinetts Atef Sidkis |
| (3.1.) | Regierungsneubildung: Kamal Al Ganzouri neuer Ministerpräsident |
| (24.1.) | Gründung der politischen Partei al-Wasat unter Abu al-Ila Madi |
| (18.4.) | Anschlag islamistischer Fundamentalisten (Gamaat Islamiya) nahe Gizeh kostet 18 griechischen Touristen das Leben. |
| (21.-23.6.) | Erster panarabischer Gipfel seit sechs Jahren tagt in Kairo |
| 1997 (9.1.) | Baubeginn im Rahmen des Toshka-Projektes in Oberägypten |
| (23.2.) | Verlängerung des seit 1981 geltenden Ausnahmezustandes bis Mai 2000 |
| (15.9.) | Bislang größter Prozess gegen 89 islamische Fundamentalisten; 4 Todesurteile |
| (17.11.) | Beim bislang blutigsten Anschlag der Gruppe Gamaat Islamiya in Luxor kommen 70 Menschen, darunter 58 ausländische Touristen, ums Leben; aufgrund der daraufhin dramatisch sinkenden Touristenzahlen verliert Ägypten bis Mai 1999 Einnahmen in Höhe von ca. 440 Mio. ägypt £ |
| (28.12.) | Der Oberste Verwaltungsgerichtshof bestätigt das von der Regierung erlassene Verbot der Beschneidung von Frauen; damit enden langjährige Auseinandersetzungen zwischen Menschenrechts- und Frauenorganisationen einerseits und islamischen Fundamentalisten, die für die Beschneidung eintreten, andererseits. |
| 1998 (1.2.) | Der Oberste Militärgerichtshof verhängt zwei Todesurteile gegen Mitglieder der islamistischen Gruppe Gamaat Islamiya, die Attentate auf Angehörige des Staatsapparats geplant haben sollen. |
| (7.6.) | Teilwahlen zum Verfassungsrat (Majlis ash-Shura; beratendes Gremium); die Nationaldemo - kratische Partei (NDP) erringt 85 der 88 zu vergebenden Sitze. |
| (Juni) | Die Regierung entzieht den führenden englischsprachigen Zeitungen ("Cairo Times", "Middle East Times") die Druckerlaubnis. |
| 1999 (1.2.) | Beginn eines Prozesses gegen 107 Mitglieder (meist in Abwesenheit) der Gruppe Islamischer Dschihad wegen Verschwörung; am 18. April 1999 werden neun Todesurteile (sämtlich gegen Abwesende) verhängt. |
| (12.2.) | Geberländer sagen für das Jahr 2000 Finanzhilfen über 1,5 Mrd. US$ zu. |
| (27.3.) | Die Führung von Gamaat Islamiya, der größten militanten islamistischen Organisation Ägyptens, gibt in der Zeitung "Al-Hayat" das Ende terroristischer Aktivitäten bekannt; bis Ende April 1999 werden über 1.000 inhaftierte Mitglieder der Gruppe freigelassen. |
| (5.4.) | Staatspräsident Hosni Mubarak hebt per Dekret ein Gesetz auf, das einem Vergewaltiger Straflosigkeit brachte, wenn er sein Opfer heiratete. |
| (Mai) | In einem Schweizer Polizeibericht wird der in Afghanistan lebende Islamist Osama bin Laden als Finanzier des Terroranschlags in Luxor genannt (vgl. Meldung vom 17. Nov. 1997) |
| (21.6.) | Die EU und Ägypten unterzeichnen ein Assoziierungsabkommen |
| (26.9.) | Staatspräsident Mubarak wird per Referendum mit 93,8 % der Stimmen ohne Gegenkandidat für eine vierte, sechsjährige Amtszeit bestätigt; die Wahlbeteiligung liegt bei 97,0 %; am 5. Okt. 1999 wird Mubarak erneut vereidigt |
| (11.10.) | Vereidigung des neuen Kabinetts unter Premierminister Atef Muhammad Ebeid; er löst Kamal Ahmed al-Ganzouri ab |
| (12.10.) | Ahmed Zewail, am California Institute of Technology in Pasadena (USA) arbeitender Wissenschaftler aus Ägypten mit US-Staatsangehörigkeit, erhält den Nobelpreis für Chemie 1999 verliehen. |
| (31.10.) | Absturz eines Passagierflugzeugs der "Egypt Air" vor der Küste des US-Bundesstaates Massachusetts; alle 217 Insassen kommen ums Leben. |
| 2000 (26.1.) | Das ägyptische Parlament beschließt ein neues Scheidungsrecht, das Frauen eine Trennung von ihren Ehemännern erleichtert. Das Gesetz tritt am 1. März 2000 in Kraft. |
| (21.2.) | Der deutsche Bundespräsident Johannes Rau kommt zu einem Besuch nach Ägypten. |
| (24.-26.2.) | Johannes Paul II. besucht als erster Papst Ägypten; nur 220.000 Ägypter sind Katholiken (Abspaltung von der koptisch-orthodoxen Kirche) |
| (3.4.) | Beginn eines zweitägigen Euro-Afrikanischen Gipfeltreffens in der ägyptischen Hauptstadt Kairo, an dem 52 afrikanische sowie 15 europäische Staats- und Regierungschefs teilnehmen. |
| (25.6.) | Aburteilung von 31 Angeklagten (darunter der frühere Tourismusminister Adbo Ismail) wegen Veruntreuung von umgerechnet 460 Mio. US$; Haftstrafen zwischen zehn und 15 Jahren. |
| (23.8.) | Ein Airbus A 320 der "Gulf Air" stürzt kurz vor der Landung auf dem Flughafen Manama (Bahrain) ab; alle 143 Insassen, darunter 64 Ägypter, kommen ums Leben. |
| (16.10.) | Beginn eines Nahost-Krisengipfels in Scharm el-Scheich (Sinai/Ägypten), zu dem der ägyptische Staatspräsident Mubarak eingeladen hat. Anlass ist die seit dem 28. Sept. 2000 anhaltende Gewaltwelle in den Palästinensergebieten. |
| (18.10.) | Beginn von Parlamentswahlen (drei Wahlgänge bis zum 8. Nov. 2000; Stichwahlen dauern bis zum 15. Nov. 2000). Die regierende Nationaldemokratische Partei (NDP) erringt 388 Mandate (= rd. 85 % der Sitze). Die Wahlbeteiligung wird mit nur rd. 15-20 % angegeben. |
| (29.10.) | Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder beginnt in Ägypten eine Nahostreise. |
| (15. Nov.) | Bei den Wahlen zum ägyptischen Parlament (Rat des Volkes), die erstmals gestaffelt in drei Landesteilen abgehalten wurden (18.10., 24.10. und 14.11.), um eine korrekte Stimmenabgabe und -auszählung unter der Aufsicht von mehreren tausend Richtern zu ermöglichen, erzielte die NDP 388 von 444 direkt zu wählenden Sitzen. (Zehn Sitze wurden vom Staatsoberhaupt direkt an NDP-Mitglieder vergeben.) 20 Mandate gingen an Unabhängige und die restlichen an insgesamt fünfzehn Oppositionsparteien. Die Wahlbeteiligung lag unter 50 Prozent. Die Urnengänge waren von gewaltsamen Auseinandersetzungen überschattet, wobei nach offiziellen Angaben vierzehn Menschen ums Leben kamen. Ausländische Wahlbeobachter waren mit dem Hinweis auf die richterliche Überwachung nicht zugelassen. |
| (21.11.) | Aus Protest gegen die "exzessive Gewaltanwendung" der israelischen Sicherheitskräfte in den Palästinensergebieten ruft Ägypten seinen Botschafter aus Israel zurück. |
| (31. Dez.) | Ägypten hat in diesem Jahr umgerechnet rund 2,5 Milliarden US-Dollar für das Militär ausgegeben. Es verfügt derzeit über 840 Panzer, 50 Kriegsschiffe, 153 Kampfhubschrauber und 28 Kampfflugstaffeln sowie über 450.000 Soldaten (Heer: 320.000; Luftwaffe: 110.000; Marine: 20.000). Hinzu kommen 255.000 Reservisten. |
| 2001 (13. März ) | In der Nähe von Luxor entführt ein ägyptischer Reiseleiter vier deutsche Touristen. Kurz nach der Geiselnahme meldet er sich über Handy bei der deutschen Botschaft in Kairo mit der Forderung, seine von ihm geschiedene deutsche Frau solle seine zwei drei und acht Jahre alten Söhne zurückbringen, die sie vor eineinhalb Jahren mit nach Deutschland genommen hatte. Nach 60 Stunden gibt der 46jährige Kidnapper entnervt auf, setzt seine Geiseln auf freien Fuß und läßt sich von der Polizei festnehmen. (Der Geiselnehmer wird Mitte August zu fünfzehn Jahren Haft und Zwangsarbeit verurteilt.) |
| (21. Mai) | Der Soziologieprofessor und Bürgerrechtler Saadeddin Ibrahim wird in Kairo vom Gerichtshof für Staatssicherheit wegen Rufschädigung gegenüber Ägypten, Dokumenten - fälschung, Annahme illegaler Hilfsgelder aus dem Ausland und Veruntreuung zu sieben Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt. Fast 30 mitangeklagte Mitarbeiter seines inzwischen geschlossenen Instituts für Entwicklungsstudien erhalten Haftstrafen von ein bis fünf Jahren. Ibrahim hatte zuletzt an einer Informationskampagne über demokratische Rechte gearbeitet. Nationale und internationale Menschen - rechtsorganisationen bezeichnen das Urteil als politisch motiviert. |
| (25. Sept.) | Die internationale Polizeibehörde Interpol veröffentlicht einen welt- weiten Fahndungsaufruf nach dem Ägypter Eiman el Zawahiri. Der 50jährige Arzt gilt als einer der Führer der radikal-islamischen Fundamentalisten- gruppe „Heiliger Islamischer Krieg“ (Dschihad/Jihad Islami), soll zudem die „rechte Hand“ des mutmaßlichen Terroristenchef Osama bin Laden und damit eine der Schlüsselfiguren von dessen Terror-Organisation „El-Kaida“ („Die Basis“) sein. |
| (8. Okt.) | Ägyptens Staatspräsident Hosni Mubarak billigt die am Tag zuvor von den USA gestartete Militäraktion gegen Afghanistan, fordert Washington jedoch gleichzeitig auf, sich stärker als bisher für eine Lösung des Nahost-Konflikts einzusetzen. „Wir sind einverstanden mit allen Maßnahmen, die die Vereinigten Staaten von Amerika gegen den Terrorismus ergreifen, weil wir früher selbst unter dem Terrorismus zu leiden hatten“, sagt er. Als einzig mögliche Lösung für den Nahost-Konflikt sieht Mubarak die Gründung eines souveränen Staates Palästina. Zudem sei die Palästinenser-Frage eine der Hauptwurzeln des Terrorismus-Problems. |
| (15. Nov.) | In einem Stadtteil Kairos stoßen ägyptische Archäologen bei der Untersuchung einer Baustelle in drei Metern Tiefe auf zwei Begräbnisstätten aus pharaonischer Zeit. In einem der Gräber aus der 26. Dynastie (664-525 v. Chr.), das offenbar von Grabschändern verschont geblieben ist, soll ein Baumeister bestattet sein. Der Name des Verstorbenen ist in einem Steinsarkophag sowie in 16 Statuen eingemeißelt. |
| (10. Dez.) | Ägyptische Archäologen haben im Mut-Tempel von Karnak eine Statue der Göttin Mut aus schwarzem Granit sowie eine Sandsteintafel aus der Zeit Rames’ III. (1187-1156 v.Chr.) ausgegraben. Die Tafel entstand im Auftrag eines hohen Beamten des Pharaos. Sie zeigt Ramses III., der der „thebanischen Triade“, bestehend aus der Göttin Mut, ihrem Gemahl Amun und beider Sohn Chons Weihegaben darbringt. In Karnak und Luxor war Amun, „der Verborgene“, die Hauptgottheit. Seine Gemahlin Mut wurde als Kriegsgöttin verehrt und ursprünglich in Geiergestalt dargestellt. Die nun entdeckte Statue zeigt sie dagegen als Frau mit dem Kopf einer Löwin. Chons, ihr Sohn, ist falkenköpfig und trägt die Mondscheibe und die Mondsichel auf dem Kopf. Beide Funde werden künftig im Museum von Luxor zu sehen sein. |
| 2002 (20. Feb.) | In einem mit mehreren tausend Menschen völlig überfüllten Zug von Kairo nach Assuan explodiert rund 60 Kilometer südlich von Kairo gegen ein Uhr nachts ein Gaskocher, den das Personal zum Teekochen benutzte. Das dadurch ausgelöste Feuer setzt sieben der insgesamt elf Waggons in Brand und führt zum bislang schwersten Zugunglück in Ägypten mit 373 Toten. |
| (15. März) | Die inhaftierten Führer der „Gamaa Islamija“ (Islamische Vereinigung), der größten islamistischen Gruppierung Ägyptens, legen eine vierbändige Schrift vor, in der sie schonungslos mit ihrer Vergangenheit abrechnen und ihre Abkehr von gewalttätigen politischen Strategien begründen. Für ihre Beteiligung an der Ermordung von Staatschef Anwar As-Sadat am 6. Oktober 1981 waren die Autoren zu lebenslanger Haft verurteilt worden. |
| (3. Apr.) | Die ägyptische Regierung, die ihren Botschafter bereits Ende 2000 aus Israel abgezogen hatte, beschließt, die Kontakte zu Jerusalem einzustellen, wenn auch nicht völlig abzubrechen. Ostentativ stellt sich Staatschef Hosni Mubarak hinter den von Israel und den USA politisch isolierten Palästinenserführer Yasir Arafat und bezeichnet ihn als „Vater der Palästinenser“. |
| (18. Apr.) | Wegen der Zuspitzung im Palästina-Konflikt sagt Ägyptens Regierung die für den 23. April geplante feierliche Eröffnung der nach dreizehnjähriger Bauzeit fertiggestellten „Bibliotheca Alexandrina“ ab. Der riesige Neubau der berühmten ptolemäischen Bibliothek in Alexandria ist mit Granit aus Assuan verkleidet, den Bildhauer mit Buchstaben aller Alphabete der Menschheit verziert haben. |
| (7. Mai) | Beim Absturz einer Boeing 737-500 der Egypt-Air kurz vor der Landung in Tunis kommen 27 Menschen ums Leben. 44 Insassen überleben das Unglück, einige sogar völlig unverletzt. Der Pilot hatte eine Notlandung versucht, aber wegen der schlechten Sicht einen Hügel übersehen, an dem die Maschine zerschellte. |
| (20. Jun.) | Nachdem die inhaftierten Führer der „Gamaa Islamija“ (Islamische Vereinigung), der größten islamistischen Gruppierung Ägyptens, bereits im März eine vierbändige Schrift vorgelegt hatten, in der sie schonungslos mit ihrer Vergangenheit abrechnen und ihre Abkehr von gewalttätigen politischen Strategien begründen, bekräftigt Gamaa-Chef Karam Zuhdi in einem Interview noch einmal formell die Entschuldigung für die in der Vergangenheit begangenen Gewaltakte und erklärt, daß die Organisation erwäge, den Anschlagsopfern oder ihren Angehörigen Entschädigungen zu zahlen. Die Zahlungen könnten aus den Einnahmen ihrer Bücher fließen, die sich in Ägypten mittlerweile zu Bestsellern entwickelt haben. Für ihre Beteiligung an der Ermordung von Staatschef Anwar As-Sadat am 6. Oktober 1981 waren die Autoren, darunter auch Zuhdi, zu lebenslanger Haft verurteilt worden. |
| 2003 (2. Okt.) | Der frühere neuseeländische Ministerpräsident David Lange (1984-89) wird „für seinen seit Jahren beharrlichen Kampf für eine Welt ohne Atomwaffen“ mit einem nicht dotierten Alternativen Nobelpreis geehrt. Die drei anderen Ehrenpreise, die am 8. Dez. 2003 in der schwedischen Hauptstadt Stockholm übergeben werden, gehen an die philippinischen Menschenrechtsaktivisten Walden Bello und Nicanor Perlas, die „Bürgerkoalition für wirtschaftliche Gerechtigkeit“ in Südkorea und die ägyptische Agrar-Unternehmensvereinigung SEKEM. |
| (22. Dez) | Palästinensische Fundamentalisten beschimpfen auf dem Jerusalemer Tempelberg den ägypischen Außenminister als Verräter und bewerfen ihn mit Schuhen, wovon ihn einer im Gesicht trifft. Ahmed Maher, der wenige Stunden zuvor zu einer Vermittlungsaktion im Nahost-Konflikt in Israel eingetroffen war und mit israelischen Politikern gesprochen hatte, wird nach ambulanter Versorgung durch Sicherheitsleute in ein Krankenhaus gebracht. Für die Attacke, die von Israeli und Palästinensern gleichermaßen verurteilt wird, sollen Mitglieder der islamistischen Splittergruppe „Befreiungspartei“ verantwortlich sein. |
| 2004 (4. Jan.) | Eine Boeing 737 der ägyptischen Chartergesellschaft „Flash Airlines“ stürzt kurz nach dem Start im ägyptischen Urlaubsort Scharm el Scheich ins Rote Meer. Bei dem offenbar durch einen technischen Defekt verursachten Unglück kommen alle 148 Menschen an Bord ums Leben, darunter 133 Touristen aus Frankreich. Die Schweizer Behörden hatten dem Unternehmen, das noch über eine zweite Maschine desselben Typs verfügt, wegen technischer Mängel bei einem Routinecheck im Oktober 2002 auf dem Flughafen Zürich die Lande- und Überflugrechte entzogen. Flash-Chef Mohammed Nur weist jedoch jegliche Vorwürfe zurück, Sicherheitsmängel könnten den Absturz des elf Jahre alten Flugzeugs verursacht haben. |
| (27. Jan.) | In Kairo fällt ein zwölfstöckiger Wohnblock wie ein Kartenhaus in sich zusammen. 16 Menschen kommen ums Leben, darunter zwölf Feuerwehrmänner, die das Gebäude kurz zuvor wegen eines Brandes im Keller evakuiert hatten. Die oberen Etagen des Hochhauses waren illegal errichtet und hätten laut einer Entscheidung der Baubehörde bereits 1992 wegen Einsturzgefahr abgerissen werden müssen. |
| (7. Okt.) | Bei nahezu zeitgleichen Autobombenanschlägen auf ein fast ausschließlich von Israeli bewohntes Hotel sowie einen Campingplatz am Roten Meer auf der Sinai-Halbinsel kommen mindestens 34 Menschen ums Leben, davon allein 30 im nur rund 200 Meter von der israelischen Grenze entfernten Hilton-Hotel von Taba, das durch die Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Pritschenwagens in Brand gesetzt und teilweise zum Einsturz gebracht wird. Die Urheber der Anschläge sind nach Ansicht der Behörden islamische Extremisten aus dem Umfeld des Terrornetzwerks „El-Kaida“. Taba ist der wichtigste Grenzübergang zwischen Ägypten und Israel und das Tor für tausende israelische Touristen, die zu Hotels am Roten Meer fahren. Einige Woche zuvor hatte die israelische Regierung ihre Bürger aufgerufen, wegen einer konkreten Terrorgefahr nicht nach Ägypten zu reisen und die Region Taba als besonders gefährdet bezeichnet. |
| 2005 (7. Apr) | Zwei französische Touristen und ein US-Bürger werden getötet, als sich ein Selbstmordattentäter auf einem Touristenmarkt in der Kairoer Altstadt in die Luft sprengt. |
| (30. Apr) | Bei einer Bombenexplosion in der Nähe des Ägyptischen Museums in Kairo werden neun Menschen verletzt, darunter vier Ausländer. Zwei Frauen beschießen einen Bus mit Touristen, die aber unverletzt bleiben. Die Attentäterinnen nehmen sich das Leben. |
| (23. Jul) | Bei einer Serie von Bombenanschlägen im Seebad Scharm el-Scheikh am Roten Meer werden mindestens 83 Menschen getötet. Es ist der bislang verheerendste Terroranschlag in Ägypten. |
| 2006 (24. Apr) | Bei einer Serie von Anschlägen in dem ägyptischen Badeort Dahab werden mindestens 22 Menschen getötet und 150 weitere verletzt. |
| (29.Aug) | Im Alter von 94 Jahren stirbt Nagib Mahfuz (geboren am 11.12.1911 in Kairo, ägypt. Schriftsteller, Nobelpreis für Literatur 1988) in einem Kairoer Krankenhaus, in dem er seit Juli behandelt worden war. |

