Die Götter im Alten Ägypten
Aker bis Apis | Bastet bis Geb | Hathor bis Horussöhne | Isis bis Khemnu |
Maat bis Mut | Nechbet bis Ptah | Re bis Sothis | Schai bis Werethekau
Im Alten Ägypten beherrschte die Religion das gesamte Leben, bis über den Tod hinaus. Die Ägypter verehrten und fürchteten mehr als 500 verschiedene Gottheiten. Diese Gottheiten waren irdisch und übernatürlich zugleich. Sie verkörperten die Kräfte der Natur, die Segen oder Unheil bringen konnten.
Am wichtigsten waren die Götter, die, wie der Sonnengott Re, bei der Erschaffung der Welt eine Schlüsselrolle gespielt hatten. Sie legitimierte die Macht der Pharaonen und bestimmte den Alltag der Untertanen. Das komplexe Glaubenssystem brachte die erstaunlichsten Kulthandlungen hervor. Bei der einfachen Landbevölkerung war es eine Notwendigkeit, den segensreichen Göttern zu huldigen und die bösen Dämonen fern zuhalten, etwa durch Amulette und magische Sprüche. Wer sich mit einem bestimmten Wunsch an die Götter wenden wollte, konnte seine Ahnen in einem Brief bitten, in der Unterwelt zu intervenieren. Wenn die Toten allerdings glaubten, ihre Angehörigen hätten sie im Leben oder im Tod schlecht behandelt, konnten sie als bösartige Geister zurückkehren und Rache üben.
Das Erscheinungsbild der Götter ist unterschiedlich. Manche treten in Menschengestalt auf, andere nehmen Tiergestalt an und wieder andere besitzen einen menschlichen Körper und haben einen Tierkopf. Auch Pflanzen bekommen göttliche Bedeutungen wie die Lotusblüte und der Papyrus oder Baumgottheiten.
Viele der Götter sind vorerst lokale Götter wie z.B. Amun in Theben und werden durch die Vereinigung mit anderen Göttern zu Reichsgöttern wie dann z.B. Amun-Ra.
Akeru / Aker
Der Erdgott Aker bewachte in der Unterwelt die Verbindung zwischen dem westlichen und dem östlichen Horizont. Er erscheint meist in Gestalt einer Doppelsphinx mit zwei Löwen, die einander den Rücken zu drehen. Der eine schaut gen Westen in das Reich der Toten, wo die Sonne ihre Nachtfahrt beginnt, der andere blickt nach Osten, wo die Sonne wieder aus der Unterwelt hervortritt. Kann aber auch in Gestalt einer Schlange erscheinen.
Aton, Atum oder Aten
Die in Ägypten stets vorhandene Vorstellung von einer allumfasenden göttlichen Macht wurde unter Echnaton im Namen Aton (Sonnenscheibe) zusammengefaßt, deren Strahlen in menschliche Hände auslaufen - ein Bild des unmittelbaren Kontakts zwischen Gott und Mensch. Als Mittler zum Gott Atum gilt der in Heliopolis verehrte Mnevis-Stier. Dieser stets schwarze Stier wird als heiliges Tier feierlich inthronisiert, nach seinem Tod einbalsamiert und rituell bestattet. Gemäß der Götterneunheit von Heliopolis steht der selbstentstandene Atum an der Spitze der Götter. Der Weltenschöpfer Atum hatte vor sechstausend Jahren die Entscheidung getroffen, sich selbst und damit die Welt und den Kosmos zu erschaffen. Er zeugt die Zwillinge Schu, den Luftgott, und Tefnut, die Feuchtigkeitsgöttin. Dieses erste Götterpaar zeugt das Kinderpaar, Geb, den Gott der Erde, und Nut, die Göttin des Himmels. Sie zeugen wiederum zwei Kinderpaare: einerseits Osiris, den Gott des Fruchtbarkeit bringenden Überschwemmungswassers, und Isis, die Göttin des Königsthrons, sowie andererseits Seth, den Gott der Wüste, der Stürme und Beben, und Nephthys, die Göttin des Hauses. Diese Götter in ihrer Gesamtheit stellen die hochverehrte, zentrale "Neunheit von Heliopolis" dar. Osiris herrschte und heiratete seine Schwester Isis. Seth vermählte sich mit Nephtys. Darstellung als Sonnenscheibe mit Strahlenhänden.
Amset
Eines der vier Horuskinder und Schutzgötter der Toten, die ihn vor Hunger und Durst bewahren. Amset wacht über die Leber. Darstellung als Kanopendeckel, menschenköpfig.
Amun, Amon oder Ammon
"Der Verborgene": Ursprünglich ein Windgott der Nilschiffer. Seit der 11. Dynastie als Schöpfergott Hauptgottheit von Theben und wurde mit der wichtigsten Gottheit des alten Reiches, Ra, verbunden zu Amun-Ra, dem "König der Götter und Herr der Throne Beider Länder", dem Sonnengott erhoben. Er wird durch Amenophis IV. - Echnaton vorübergehend vertrieben und durch Aton ersetzt. Die Griechen identifizierten Amun mit Zeus, die Römer später mit Jupiter. So blieb der Amun-Kult auch nach dem Untergang des ägyptischen Weltreiches noch einige Zeit erhalten. Darstellung in Menschengestalt mit doppelter Federkrone, als Symbol seiner Macht über Luft und Licht; gelegentlich auch als Widder oder als Gans.
Anubis /Anup /Imeut
Andere Namen: Ano-Oobist, Anoubis, Anpu, Inpu oder Jnpw.
Uralter Totengott, Lokal- und Schutzgott des 12., 17. und 18. oberägyptischen Gaues. Er galt als einer der vier Söhne des Re. Nach späterer Vorstellung ein Bruder des Osiris oder von Osiris und Nephthys heimlich gezeugt, von seinen Eltern ausgesetzt und von Isis aufgezogen. Er könnte aber auch der Sohn von Hesat oder Bastet sein. Ursprünglich war er der Wächter der Totenstadt von Saqqara, wo naturgemäß häufig Schakale zu beobachten sind. Er hält oft das Lebenszeichen Ankh. - Darstellung als Hund bzw. schakal- oder hundsköpfig.
Anukhet - Anukis - Ankhet
Sie kam aus Assuan und war die Schutzgöttin des 1. Kataraktgebietes, Tochter und Gefährtin des Chnum. Darstellung als Frau mit Federn, selten dargestellt mit weißer Krone und zwei Gazellenhörnern.
Apis
Heiliger Stier von Memphis, als Sohn des Ptah, nach anderer Vorstellung des Atum oder des Osiris, göttlich verehrt und mit Osiris zu Osir-Hapi, dem Beherrscher der Unterwelt verschmolzen.
Darstellung als geschmückter, schwarzer Stier mit dreieckigem Stirnzeichen und Sonnenscheibe zwischen den Hörnern.
Bastet
Ägyptische katzengestaltige Freudengöttin und Lokalgöttin der Stadt Bubastis. Mutter des Miysis. Meist sanft, aber auch mit gefährlichen Zügen. In der Antike waren die fünftägigen ausgelassenen Feierlichkeiten zu Ehren Bastets in ihrer Stadt Bubastis gewissermaßen "berühmt-berüchtigt"; Frauen mit Kinderwunsch pilgerten in Scharen in ihre Tempel, und ihr zu Ehren waren Katzen bekanntlich heilige Tiere in Ägypten, die nach dem Tod sogar mumifiziert wurden. Auch heute noch ist die Anziehungskraft dieser Göttin ungebrochen, gibt es doch kaum ein Buch, eine Ausstellung, einen Fernsehbericht über Katzen, in dem nicht mindestens eine Statue von ihr zu sehen ist. Als Herodot im fünften Jahrhundert v.Chr. Bubastis besuchte, erklärte er Bastet als identisch mit der griechischen Göttin Artemis. Darstellung als Katze, auch mit Jungen; mit Löwen- oder Katzenkopf auf dem Brustschild, an der Rechten ein Korb, in der Linken das Sistrum.
Bes
Schutzgott von Haus und Familie in Gestalt eines Gnoms mit Löwenfratze; Urbild des griechischen Satyrs. Trotz seines etwas wildem Äußeren gilt Bes als ein Wohltäter, als Gott der den Menschen aller Schichten Gutes tut. Besonders eng war er mit dem Schutz von Schwangeren und Kindern verbunden und in dieser Rolle wurde er häufig mit der Göttin Thoeris dargestellt.
Chepri
In der ägyptischen Mythologie “der von selbst Entstandene”. der Skarabäus als Urgott. Symbol für die aufgehende Sonne.
Chons
Mondgott, Sohn Amuns und der Nut. Mondkind, Sonne der Nacht, Orakelgott, Beschützer vor Krankheiten, Aspekt des jugendlichen Horus. Obwohl in Theben fest mit Amun und Mut verbunden, wurde Chons in Kom Ombo als Sohn des Sobek und der Hathor angesehen. Im Tempel von Edfu war Chons mit Osiris als "Der Sohn des Beines" verknüpft, was auf die dortige Reliquie des Unterwelt Gottes verweist. Als Mondgott wurde Chons manchmal mit Schu, dem Luftgott, und mit Horus assoziiert.
Chnum / Khemnu
Schöpfergott, Gott der Nilquelle und der Nilüberschwemmung. Der Schöpfer der Lebewesen. Auf seine Töpferscheibe formte er den Körper und dessen Seele, die Ka. Dargestellt wird Chnum in menschlicher Gestalt mit dem Kopf eines Widders. In einigen Zeitepochen wurde er auch als Widder dargestellt. Zusammen mit Anuket und Satet war sein Hauptkultort neben Elephantine Esna.
Chnum wurde nicht nur als Schöpfer der Lebewesen verehrt, sondern auch als Gott der Fruchtbarkeit des Landes.
Geb
Der Erdgott, als Mensch dargestellt. Ursprünglich umklammerten sich Nut und Geb fest, ihre Eltern Schu und Tefnut trennten sie jedoch und erschufen damit die Welt.
Hathor
Muttergöttin in Kuhgestalt, oft auch als Frau mit Kuhgehörn und Sonnenscheibe dargestellt, als Emblem auch Frauengesicht mit Kuhohren. Vor allem in Dendera und Theben verehrt. Sie galt als als
Göttin der Liebe, des Tanzes und der Musik. Als Göttin der Musik und des Tanzes ist das Sistrum, eine Art Rassel-Instrument, ihr Attribut. Ihr heiliges Tier ist die Kuh. Besonders von den Frauen wurde sie als Schutzgöttin verehrt, da sie Ihnen bei der Niederkunft Beistand leisten sollte. Hathor soll nicht nur die Gattin des Sonnengottes Re gewesen sein, sondern soll auch ein Kind mit ihm gezeugt haben, Horus. In Edfu wurde sie als Gemahlin des Horus verehrt. In ihrer Rolle als Mutter des Horus wurde sie ebenfalls als die Mutter der herrschenden Könige angesehen. Deswegen wird sie auch oft als Kuh, einen Pharao säugend, dargestellt. Hathor ist eigentlich eine uralte prädynastische Gottheit, welche teilweise in Isis überging und auch zum beschützenden, mütterlichen Aspekt von Tefnut wurde.
Harachte - Re-Harachte ![]()
Sonnengott, "Horus vom Horizont", Erscheinungsform des Sonnengottes Re in Vereinugung mit Horus, deren beider Zeichen er trägt. In Verbindung mit Re als Re-Harachte war er Staatsgott im Neuen Reich. Ausser in Heliopolis wurde er, auch in Verbindung mit anderen Gottheiten (z.B. Re-Harachte-Atum, Re-Harachte-Amun u.a.), an vielen anderen Orten hoch verehrt. Er wird falkenköpfig mit der Sonnenscheibe auf dem Haupt dargestellt. Heiliges Tier: Falke
Hekat / Heket / Hekt
Schutzgöttin der Geburt und der Wiedergeburt. Eine Göttin in Froschgestalt, die Geburt und Wiedergeburt verkörpert. In den Pyramidentexten stand sie dem König bei seiner Fahrt in den Himmel bei. Sie war die Gefährtin des Chnum (der die ersten Menschen auf seiner Töpferscheibe schuf) und erweckte die von ihm gestalteten Tonfiguren zum Leben. Als Göttin der Geburt formte sie angeblich bereits im Mutterleib das Kind und verhalf ihm dann zum Leben.
Hapy / Hapi / Ahephi
Ägyptischer affengestaltiger Gott des Nils und der üppigen Fruchtbarkeit. Schützer der Lunge der Toten. Sohn des Horus. Ein fettleibiges Zwitterwesen. Wurde dem Norden zugeordnet.
Horus
war der Sohn von Isis und Osiris. Er rächte den Tod seines Vaters, in dem er Seth im Zweikampf besiegt. Danach erhielt er von den anderen Göttern die Herrschaft über die Erde zugesprochen. Die sahen sich selbst als "irdischen Horus" - Beschützer des Landes. Horus ist der Gott in Falkengestallt. Mit sein Name, "der Ferne" benannte man eine Vielzahl verschiedenster falkengestaltiger Königs- und Himmelsgötter.
Horussöhne
Duamutef / Hapi / Imseti / Kebechsenuef - Beschützer der Kanopen. Die Horussöhne begegnen uns zum größten Teil in den Gräbern der und Beamten. Amset in Menschengestalt, Duamutef in Menschengestalt mit Schakalskopf, Hapi in Menschengestalt mit einen Paviankopf und Kebehsenuef in Menschengestalt mit einen Falkenkopf galten als Schützgottheiten über die Eingeweide. Je nach Zeitepoche wurden die vier Söhne entweder auf die Kanopenkrüge dargestellt oder deren Figur wurde als Deckel der Krüge dargestellt. Alle vier gemeinsam sicherten die Regenerierung des Verstorbenen und schützen ihn vor Gefahren.
Isis - Aset
Tochter von Geb und Nut, Schwestergemahlin Osiris und Mutter von Horus, Schwester der Nephthys und des Seth. Anfänglich galt Isis als symbolische Mutter aller Könige und Verkörperung des Thronsitzes. Sie war Magierin und Heilerin. Meist wird sie als Mutter mit dem Kind Horus auf dem Schoß dargestellt. Oft wie Hathor dargestellt, daneben auch als Frau mit dem Thronsessel als Kopfputz, verkörpert sie ganz allgemein den weiblichen Aspekt des Göttlichen. Der bekannteste Mythos dreht sich darum, wie sie nach dem Tod von Osiris, als beider Bruder Seth die Macht an sich riß, den Leichnam ihres Geliebten suchte und auferstehen ließ. Sie empfing Horus, und während Osiris Gott der Unterwelt blieb, zog sie ihren Sohn heimlich, versteckt im Papyrusschilf Unterägyptens, auf. Als er erwachsen war, erstritt sie für ihn vor dem Göttertribunal die ihm zustehende Krone Ägyptens gegen seinen Onkel Seth. Der Isis-Kult breitete sich in der Spätantike über das gesamte römische Reich aus, Tempel wurden z. B. in Köln und Lon don gefunden; sie fand auch Eingang in den Marienkult, die heutigen Madonnenbilder gehen auf Figuren von Isis mit dem Horusknaben zurück.
Khemnu / Chnum / Khnemu
Schöpfergott, Gott der Nilquelle und der Nilüberschwemmung. Der Schöpfer der Lebewesen. Auf seine Töpferscheibe formte er den Körper und dessen Seele, die Ka. Dargestellt wird Chnum in menschlicher Gestalt mit dem Kopf eines Widders. In einigen Zeitepochen wurde er auch als Widder dargestellt. Zusammen mit Anuket und Satet war sein Hauptkultort neben Elephantine Esna. Chnum wurde nicht nur als Schöpfer der Lebewesen verehrt, sondern auch als Gott der Fruchtbarkeit des Landes.
Ma’at
Göttin der Gerechtigkeit, die eine Feder auf dem Kopf trägt. Gegen diese Feder wird beim Gericht im Jenseits das Herz des Toten eingewogen. Göttin der kosmischen Gesetze. Ma`at war eine der wichtigsten Götter des alten Ägypten schlechthin. Besonders in der 19. und 20. Dynastie wurde Ma`at besonders stark verehrt, wie man in den Thronnamen der erkennen kann. Usermaatre, Nebmaatre und so weiter. Besonders die Ramesiden nutzen Maat häufig als ihre Schutzgöttin beziehungsweise Namensgeber. Die Göttin Maat wurde in weiblicher Gestalt dargestellt, mit einer Feder auf dem Kopf. Sie ist der Inbegriff und Personifikation des Prinzips, das Prinzip der strukturierten Welt (die Weltordnung), der Ausgewogenheit für ethische Rechte, der Gerechtigkeit, der Schöpfungskraft und der Kultur.
Min
Gott der menschlichen Fruchtbarkeit. Eine der ältesten und wohl auch langlebigsten Gottheiten des Alten Ägypten war zweifellos der Fruchtbarkeitsgott Min. Während der gesamten dynastischen Geschichte galt er als der höchste Gott männlicher sexueller Zeugungsfähigkeit sowie als eine Gottheit der westlichen Wüstenregionen.
Von größter Bedeutung für die Mythologie ist, daß der Gott Amun sich während der 18. Dynastie immer stärker mit Min verknüpfte und dieser damit im Wesentlichen zur Schöpfergottheit Amun-Min wurde.
Mut
Gemahlin des Amun, Mutter des Mondkindes Chons, in Oberägypten dargestellt mit Geierkopf, in Nordägypten dargestellt durch die Kobra. Bekannt ist aber, daß Mut die ursprüngliche Gattin Amuns - Amaunet - zu einem bestimmten Zeitpunkt aus uns unbekannten Gründen ersetzte. Mut wurde zur Mutter des Mondgottes Chons und bildete nun mit ihm und Amun zusammen die göttliche Triade von Theben.
Die Urmutter, sie verkörpert den Aspekt der Königin als Mutter. In Verbindung der thebanischen Triade stand Mut für die Institution der Familie und deren Schutz. Im neuen Reich wurde Mut wieder zur Urmutter, zur Mutter der Sonne, ernannt.
Nechbet / Nekhebet
Herrin von Oberägypten, Schutzgöttin der Geburt Nechbet stellt in der Götterhochzeit oder in den Stillen des königlichen Kindes eine sehr wichtige Gottheit dar. Abgebildet wurde sie in weiblicher Gestalt mit Geierhaube oder als Geier. Sie trug bevorzugt die weiße Krone Oberägyptens (als Kronengöttin).
Wie bei der Göttin Mut bestanden enge Verbindungen zu andere Gottheiten wie Uto, Mut und Tefnut. Ihr Hauptkultort war Elkab.
Nephtys / Nebhet
Eigenschaften: Göttin der Dunkelheit und des Todes. Nephthys war die Tochter von Geb und Nut, damit auch die Schwester der Götter Osiris, Seth und Isis. Nephthys finden wir häufig im Totenkult wieder, sie war es, die zusammen mit Isis den Verstorbenen beweinte, Schütze und Wiederbelebte. Auch war ihre Funktion als einer der Kanopengöttinen sehr wichtig. Die bekannteste Darstellungsform von Nephthys ist in weiblicher Gestalt mit Flügelarmen. In den meisten Fällen wurde sie mit ihrer Namenshieroglyphe auf dem Kopf dargestellt.
Nun
In der ägyptischen Mythologie zusammen mit Naunet das Urgewässer, aus dem sich der Urhügel erhob. Gatte der Naunet und Vater des Kuk. In Szenen, in denen die Erschaffung oder Wiederbelebung des Sonnengottes abgebildet wurden, erschien Nun in menschlicher Gestalt mit dreigeteilter Perücke und dem geschwungenen Bart der Götter, dessen erhobene Arme die Sonne in der Sonnenbarke in den Horizont heben, aus dem sie in einen neuen Tag geboren werden.
Nut / Nuit
Nut ist die Himmelsgöttin. Die Göttin wurde sehr häufig in den Gräbern abgebildet, als eine nackte Frau, deren Körper sich über der Erde wölbt. Die Zehen und Fingerspitzen der Göttin berühren dabei den Boden. Durch den Leib der Göttin vollzieht sich der Lauf der Gestirne, und besonders der der Sonne, die jeden Morgen erneut geboren und am Abend wieder verschlungen wird. Ursprünglich umklammerten sich Nut und Geb fest, ihre Eltern Shu und Tefnut trennten sie jedoch und erschufen damit die Welt.
Osiris
Gott der Unterwelt, Bruder und Ehemann der Göttin Isis. Die ägyptische Version des Teufels. Osiris war wohl ursprünglich ein Fruchtbarkeitsgott und wurde eng mit der Erde sowie der Überschwemmung des Nils verknüpft. Für gewöhnlich wird Osiris in der mumienförmigen Gestalt eines Mannes, dessen Haut zumeist schwarz (als Symbol für die Farbe des fruchtbaren Nilschlamms) oder grün (als Zeichen für Fruchtbarkeit und Vegetation) ist, stehend oder steif aufrecht sitzend dargestellt. Er hat die Beine geschlossen und aus der Verhüllung mit Mumienbinden ragen nur die Hände hervor, um Krummstab und Geißel zu halten.
Ptah
Der Schöpfergott Ptah, dessen Hauptkultort sich in Memphis befand, wird meist als Mann in einem eng sitzenden Gewand mit kahl geschorenem Haupt und einer eng anliegenden Haube dargestellt. Schöpfergott , er war der Stadtgott von Memphis sowie der Gott des Handwerks und der Kreativität. Ptah (gesprochen Petach, Gemahl der Sachmet) wird auch in der Form einer Mumie mit eng anliegende Haarkappe und einen Kompositzepter in den Händen dargestellt.
Er galt als Schutzpatron der Handwerker und Künstler. Zusammen mit Amun und Re gehörte er zur großen Reichstriade. Seine Macht bezieht er aus Herz und Zunge, denn seine Worte ließen die Welt entstehen und sein Herzschlag versorgt die Schöpfung mit kosmischer Energie und Lebenskraft.
Re oder Ra
Er wurde als König der Götter betrachtet. Für die Ägypter war die Sonne Mittelpunkt ihres Glaubens. Einzig die wärmenden Strahlen der Sonne waren imstande die Dunkelheit der Nacht zu vertreiben. Da jedes Leben nur im Licht existieren kann, sehen die Ägypter in den Sonnenstrahlen eine göttliche Urkraft. Der Sonnengott Ra erscheint meist in menschlicher Gestalt mit der Sonnenscheibe auf dem Kopf. Man sagt ihm für jede Tageszeit eine andere Erscheinungsform nach. Am Morgen erscheint er als wieder geborener Gott in Gestalt eines Skarabäus, Mittags nimmt er die Gestalt der Sonnenscheibe an und am Abend verkörpert er den Gott Atum. In späterer Zeit verschmolz er mit anderen Göttern, wie etwa Amun. So entstand Amun-Ra.
Seth - Sutekh, Setesh
Der Widersacher seines Bruders Osiris, für dessen Ermordung er selbst von Horus getötet wird. Als Verkörperung des Bösen kann er in der Gestalt eines Nilpferds oder Krokodils dargestellt werden (Horusmythos von Edfu!); oft auch Fabeltier mit langen Ohren und rüsselartiger Schnauze.
Er galt als Herr Oberägyptens, der Wüste und des Auslandes. Durch seinen Mord an Osiris wurde er als "böse" Gottheit angesehen.
Satet - Satis
Eigenschaften: Herrin von Elephantine, Spenderin des Nilwassers Satet wird in weiblicher Gestalt mit oberägyptischer Krone, aus der aufragende Gazellenhörner hinausragen, abgebildet. Satet galt als eine Kataraktgottheit, sie bewachte die Südgrenze des Landes. Da ihr Hauptkultort in Elephantine lag, galt sie ebenfalls als Spenderin des "kühlen Wassers das aus Elephantine kommt". Gemeinsam mit Anuket und Chnum bildete Sie eine Göttertriade.
Sobek - Suchos
Sobek erschien in zwei Gestalten. Entweder in reiner Tierform als Krokodil, oder in Menschengestalt mit dem Kopf eines Krokodils.. In einigen seinen Kultorten, wie zum Beispiel Schedet (Krokodilopolis) wurde Sobek als Schöpfergott verehrt, auch Gott des Wassers.
Sokar / Seker / Sokaris
Der Totengott Sokar war ursprünglich der Totengott von Memphis, galt aber in späterer Zeit als Herr des Totenreiches. Der Gott hatte eine enge Beziehungen zu Ptah und Osiris, und bis in die Spätzeit hinein wurde er als Ptah-Sokar-Osiris (eine Gottheit) verehrt. Sokar begegnet uns in der Form eines Falken oder in menschlicher Gestalt mit den Kopf eines Falkens.
Sopdet / Sothis
Herrin des Neujahrs. Sopdet galt als Personifikation des Sirius. Ihr Wiedererscheinen am Himmel nach einer Zeit der Unsichtbarkeit fiel nach altägyptischem Kalender mit dem Beginn des neuen Jahres zusammen. Da zu dieser Zeit auch die Nilüberschwemmung zeitlich mit dem Erscheinen des Sirius übereinstimmte, nahm man an, dass Sopdet sowohl "Herrin des Neujahrs" als auch Verursacherin der Nilüberschwemmung sei. Als die Daten durch die Zeitverschiebung nicht mehr übereinstimmten, hielt man unverdrossen an der religiösen Interpretation fest.
Schai - Psais - Psois
Eigenschaften: Schicksalsgott/Göttin. Personifikation der "Bestimmung" durch das Schicksal, (griechisches Gegenstück ist Agathodaimon), tritt meist mit Renenet auf. Zunächst in Menschengestalt, wird sie später oft als Schlange dargestellt.
Shu - Schu
Vater von Nut und Geb. Shu wurde als Luftgott angesehen. Im Schöpfungsmythos trennte er Himmel und Erde, nachdem er gemeinsam mit seiner Schwester Tefnut aus dem Mund des Atum geboren wurde. Nebel und Wolken sind Shus Elemente und werden oftmals als seine Knochen bezeichnet. Durch seine Position zwischen Himmel und Erde wurde er auch zum Gott des Windes ernannt. Auch Gemahl der Tefnut.
Aus diesem Geschwisterpaar gingen die gegensätzlichen Kräfte des männlichen und weiblichen Prinzips hervor. Als im Laufe der Zeit der Gott Atum in Re aufging, machte man Shu und Tefnut zu seinen Kindern. Fortan galten sie als Augen des Himmelsherren, Sonne und Mond. Shu wurde meist als Mensch dargestellt. Die Straußenfeder, sein Wahrzeichen, versinnbildlicht Leichtigkeit und Leere.
Tefnut
Göttin der Feuchtigkeit, Mutter von Nut und Geb. Zusammen mit dem Luftgott Shu bildete die löwengestaltige Tefnut in der Weltschöpfungslehre das erste Götterpaar. In einigen Mythenkreisen erhielt Tefnut einen ausgesprochen starken kosmischen Charakter. Schwester und Gemahlin des Shu. Aus diesem Geschwisterpaar gingen die gegensätzlichen Kräfte des männlichen und weiblichen Prinzips hervor. Als im Laufe der Zeit der Gott Atum in Re aufging, machte man Shu und Tefnut zu seinen Kindern. Fortan galten sie als Augen des Himmelsherren, Sonne und Mond. Tefnut wurde mit dem Mondauge gleichgesetzt und in ihr ist als Urgöttin der weibliche Aspekt des Mondes mit seiner Macht über das Element Wasser zu sehen.
Thoeris - Tauret - Toeris - Tawaret
Schutzgöttin. Thoeris galt als die Muttergöttin. In Verbindung mit Isis und Hathor war sie ebenfalls Schutzpatronin stillender und gebärender Mütter. Abgebildet wurde Thoeris als schwangeres Nilpferd mit herabhängenden Brüsten und Löwentatzen.
Thot
Ibisköpfiger Gott des Schreibens und Rechnens. Er schrieb in der Unterwelt die Sünden der Toten auf. Thot war ebenfalls ein sehr wichtiger Gott in der ägyptische Religion. Thot galt als Mondgott, er war zuständig für das Kalenderwesen, die Zeitrechnung und der Mathematik. Bei der Königskrönung schrieb er dessen Name auf die Blätter des heiligen Isched Baumes. Er galt als Erfinder der Schrift und Sprache, war Hüter der göttlichen Ordnung und der Rituale und des geheimen Wissens. Die Schreiber ernannten ihn zu ihren Schutzpatron. Beim Totengericht war es Thot, der das Ergebnis für den Verstorbenen protokollierte. Dargestellt wurde Thot als Mann mit dem Kopf eines Ibises oder in reiner tierischer Gestalt, und zwar als Ibis.
Uto - Edjo - Wadjet - Buto
Herrin von Unterägypten, auch bekannt als Wadjet. Uto war die Schutzgöttin von Unterägypten. Zusammen mit Nechbet waren sie die "Beiden Herrinnen", die den König Schutz verliehen. Uto wurde als Schlange dargestellt, und begleitete stets den Pharao. Als Bestandteil des königlichen Ornates begleitet Uto stets den Pharao.
Up-uaut - Wepwawet
Der Wegöffner. Altägyptischer Schakalgott des Krieges und des Grabkultes. Er war ein Nekropolengott in Assiut, auch als "Öffner des Weges" bezeichnet, er öffnet die Wege für die Armee des Pharaos und die Seelen der Toten.
Er stammt aus Unterägypten, ist aber eigentlich ein Symbol für die Vereinigung von Unter- und Oberägypten.
Er wurde in Abydos, wohin die Prozession zum Osirisfest führte, als Totengott verehrt. Sein griechischer Name ist Ophois.
Werethekau
Die Schlangengöttin Werethekau galt als Kronen-und Schlangengöttin. Die "Zauberreiche" trat häufig als Frau mit dem Kopf eines Löwen auf. Sie war seit dem Neuen Reich bei der Krönung des neuen Herrschers anwesend, den sie ihren Schutz verlieh. Ebenfalls war es Werethekau, die das königliche Kind nährte.

