Echnaton

Mittelägypten - Tell el-Amarna

 

AmarnaTell el-Amarna (Tall al-Amarna; altägyptisch Achetaton ("Horizont des Aton")) ist eine archäologische Stätte in Mittelägypten. Sie befindet sich ca. 310 km südlich von Kairo, 50 km südlich von El-Minia und ca. 400 km nördlich von Luxor. Hier liegen umrahmt vom Ostgebirge, die Gräber, Tempel, Palast- und Wohnanlagen der Hauptstadt des "Ketzerkönigs" Echnaton. Auf dem Reißbrett geplant und etwa im 7. Jahr der Regierung des Echnaton (1353-1336 v.Chr.) bezogen, zerfiel Achet-Aton, schon in der 19. Dynastie unter den Hämmern und Meißeln der von zürnenden Priestern der alten Götter aufgehetzten Arbeiter. Streng genommen befindet sich die archäologische Stätte sowohl auf dem West- als auch auf dem Ostufer.

AmarnaUm die Grenzen seiner neuen Stadt zu kennzeichnen, ließ Echnaton 14 monomentale Stelen in den Fels schlagen, drei auf der westlichen Uferseite und elf auf der östlichen Uferseite (im Westen bis Tuna el-Gebel). Die Reliefs zeigen die Familie des Pharao, während sie die Sonnenscheibe anbetet. Die Texte sind Lobpreisungen des göttlichen Gestirns und Schilderungen der künftigen Stadt, die der Pharao bauen lassen wird. Die so bezeichnete Grenze sollte nicht überschritten werden. Heute befinden sich hier von Nord nach Süd die Dörfer El-Till, El-Hagg Qandil, El-'Amariya, Kom el-Nana und El-Hawata.

AmarnaTell el-Amarna ist ein von Reisenden des 19. Jahrhunderts gebildeter Kunstname, der sich vielleicht vom Dorf el-'Amariya oder vom Beduinen Stamm Beni Amran ableitet. Selbst die Angabe Tell ist ungenau, da es sich hier nicht um einen Siedlungshügel handelt, die Angabe El-Amarna wäre sicher richtiger.

Sonnengott Aton, Huldigung Sonnengott Aton, Sonnengott Aton - Alle Fotos: © Heissinger

Im 5. Jahr seiner Regierung gab Echnaton (Akhenaten, Amenhotep IV) die alte Hauptstadt Theben auf und gründete eine neue Residenz in Mittelägypten, etwa auf halbem Weg zwischen der alten Hauptstädten Memphis und 300 km nördlich von Theben. Auf seiner Reise und Suche nach einer neuen Hauptstadt schien die Sonne dort in einer Senke zu verweilen ohne weiter zuziehen. Aton selbst hatte ihm gezeigt, wo er seine Stadt bauen sollte. Er nannte sie Achet-Aton (Akhetaten), der Horizont des Aton. Der Horizont steht für Anfang und Ende. Der heutige Name dieses Gebiets, el-Amarna, hat der ganzen Epoche den Namen gegeben. Der Begriff "Amarnazeit" bezeichnet die Regierung des Pharao Echnaton und seiner unmittelbaren Nachfolger. Der Aton-Tempel in Tell el-Armana bestand aus zwei Teilen: dem "Haus des Jubels" (Per-hai) mit einem Pylon und einer Säulenvorhalle mit 16 Säulen sowie der "Entdeckung des Aton" (Gem-aton). Dieser Gebäudeteil bestand aus sechs Höfen mit 365 Opfertischen. Aufgrund seiner Ausdehnung kann der aus Talatat-Blöcken (benannt nach der arabischen Zahl Drei, weil sie fast alle drei Handspann Breiten massen) errichtete Tempel als grundlegend für den neuen Baustil gelten.

Die knapp 20 Jahre währende Herrschaft Echnatons nimmt in der ägyptischen Geschichte als eine Art Kulturrevolution eine Sonderrolle ein - nicht nur in der Theologie, auch in der AmarnaKunst: Der König wurde mit breiten Hüften, langen dünnen Fingern, einem länglichen Gesicht und langen Zehen dargestellt. Die Darstellungen der Könige wurden realistischer, die ihrer Umgebung abstrakter. Monumentale Bildnisse des Pharaos, die vor den Tempeln standen, hoben die befremdlichen Züge noch mehr hervor. Hier spricht man von der sog. Amarna Periode (1390-1327 v.Chr.). Doch es gab noch weitere Neuerungen. Er beginnt systematisch alle Beamten aus der Zeit seines Vaters auszutauschen. Die neue Beamtenschaft stammt haupsächlich aus den unteren AmarnaBevölkerungsschichten und dem Ausland. Der Amun-Kult wurde verboten. Die Wände der Tempel machten deutlich, welchen Gott der junge Pharao huldigen wollte - Aton, der Sonnengott, dargestellt als Sonnenscheibe, deren Strahlen in lebensspendende Hände fliessen. Nur ihn wollte Echnaton ehren. In seinem berühmten Sonnengesang, aufgezeichnet in 13 Zeilen, wurden oft Parallelen zu Texten der Bibel gesehen. Echnaton war der erste historisch fassbare Denker, welcher die gesamte Natur- und Menschenwelt aus einem Prinzip zu erklären suchte. Absoluter Bezugspunkt seiner Religion war das Licht, verkörpert durch die Sonne, der er seinen Sonnengesang gewidmet hat.

Rund 50 km südlich von El Minia bei Deir Mawas nach Osten über den Nil und von dort per Kleinbus zu den Ruinen. Eintritt LE 20.

Huldigung Sonnengott Aton durch Nofretete, Echnaton und Nofretete, Stele- Kalksteinfragment, Kopf von Echnaton, Alle Fotos: © Brit. Museum

 

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