Ägypten

Oberägypten - Assuan

 

Assuan (Altägyptisch Sunu, griechisch Syene; frz. Assouan) liegt 210 km von Luxor und etwa 870 km von AssuanKairo entfernt und markiert die ehemalige Südgrenze des Alten Reiches. Die wegen ihrer Sauberkeit gerühmte oberägyptische Stadt liegt unterhalb des Ersten Nilkataraktes am Ostufer des Flusses teils in einer Ebene, teils auf einer Anhöhe, und wird wegen des ausgeglichenen trocken-heißen Klimas und der hier verabreichten Sandbäder gegen Gelenkkrankheiten als Winterkurort besucht. Assuan ist Hauptstadt des gleichnamigen südlichsten Gouvernorates in Ägypten, Sitz einer Universität und Endpunkt der Niltal-Eisenbahnlinie. Hier endet das Niltal mit seiner so ausgesprochen lieblichen Landschaft und hier endet ebenfalls Ägypten und beginnt Nubien. Hier finden wir keine bestellten Felder mehr entlang dem Fluss, sondern nicht enden wollende Kilometer Wüstensand und die stillen und mächtigen Wasser des Nasser-Sees. Auch der Nil selbst verändert sich; er fließt nicht mehr sanft und ruhig sondern schäumt an Stromschnellen und Strudeln zwischen den Felsen des 1. Katarakts. In Assuan gibt es drei Gruppen von Menschen: die Assuani, die Nubier und die Nassria, die kamen, um den Stausee zu bauen. Diese sind auch heute noch "Fremde" und haben kein Wasser und Abwasser. Zwischen den drei Gruppen werden klare Grenzen gezogen. So ist es fast nicht möglich, dass ein Nubier eine Assuani heiratet - dies würde die Verwandtschaft nie zulassen.

Assuan liegt auf der Ostseite des Nils, dessen fruchtbarer Grüngürtel hier durch felsige Ausläufer der AssuanWüste unterbrochen wird. In früheren Zeiten trug der Ort den Namen "Swani" oder "Swenet", was soviel wie "Marktplatz" bedeutet und tatsächlich war der Ort während Tausender von Jahren ein blühendes Handelszentrum. Südlich der Stadt ist diese Passage durch den umstrittenen Staudamm geschlossen, hinter dem sich der riesige Nasser-See erstreckt. In den nahen Steinbrüchen wurden schon sehr früh grauer Granit abgebaut, der so häufig für die pharaonischen Monumente verwendete wurde: Syenit. Die Vorkommen waren derart ergiebig, dass sie auch noch in römischer Zeit abgebaut wurden. Seit der Antike ist Assuan ein großer Warenumschlagplatz, da dort die Handelswege aus Afrika, den Wüsten im Westen Ägyptens und auch aus Indien zusammenlaufen. In der Scharia el-Suq (auch Scharia Saad Zaghlul genannt), zweite Parallelstraße östlich der Corniche el-Nil (Niluferstraße) befindet sich ein ausgedehntes Basargelände, das im Norden, ungefähr am Bahnhof, beginnt. Am Gewürzmarkt kann man zu sehr günstigen Preisen ausgezeichnete Gewürze erstehen. Auch werden Malven- und Tamariskenblüten für die Tee Zubereitung angeboten. Galabajias, Schmuck und andere Waren können ebenfalls erstanden werden. In Assuan ist der Nil am schönsten; er durchfließt die bernsteinfarbige Wüste und Granitfelsen, vorbei an runden Smaragdinseln, mit Waldungen aus Palmen und tropischen Bäumen.

Erleben Sie großartige Sonnenuntergänge während Sie auf der Terrasse des alten Cataract-Hotels Tee Assuantrinken. Jede Nacht führen nubische Tänzer und Musiker Folklore vor, geradewegs der Corniche. Entspannen Sie sich in Assuan und besichtigen Sie einige Moscheen. Mit der Pferdedroschke entlang der Niluferstraße (Corniche) - mit Stadtautobus und Taxi im Ortsverkehr; zu den Nilinseln und zur anderen Nilseite mit billigen Fähren oder Fellukas (hier die Preise immer vorher aushandeln); zu den Philae - Bauten auf der Insel Agilkia mit Taxi und dann mit Motorboot; zum großen Staudamm mit Bus oder, umständlich, mehrmals täglich mit der Eisenbahn ab Hauptbahnhof bis zur Endstation Schellal, dort Boot mieten zum Besuch des Kalabscha-Tempels; zum Simeonskloster übersetzen und zu Fuß, 40 Min.; weiter zu den Steinbrüchen in der westlichen Wüste gute 2 Stunden, bequemer mit Kamel oder Esel, die man an der Anlegestelle der Fährboote Nähe Aga Khan/Begum Haus mietet; nach Abu Simbel mit Flugzeug, vorbuchen, weil üblicherweise Zahl der Flüge je nach Bedarf kurzfristig festgelegt wird - oder günstiger mit dem Autobus auf der neuen Teerstraße, 290 km, z.Z. fährt täglich je ein Bus hin und zurück.

Ein sehr schönes, wenn nicht vielleicht das schönste Museum des Landes. 1998 eröffnet. Widmet sich der Geschichte und der Kunst des im Nasser-Stausee versunkenen Nubien. Den beiden Architekten, einem Ägypter und einem Mexikaner, ist hier eines der schönsten Museen Ägyptens gelungen. Das Freilichtmuseum mit der nachgebildeten prähistorischen Höhle und den islamischen Gräbern ist ebenfalls sehenswert. Sharia Abtal Al-Tahrir, oberhalb des Old-Cataract, tgl. 9–13 und 18–22, im Winter nachmittags 17–21 Uhr, Eintritt 40 £E

Unter der Ägide des Künstlers Adam Henin, auf einem Platz am Basma Hotel. Die fertigen Skulpturen verbleiben in Assuan in einem sehenswerten Sculpture Park, den man wie folgt erreicht: Fährt man an der Zufahrt zur Insel Philae vorbei und 1 km Richtung Hochdamm weiter, so sieht man neben einem Abzweig, links ein paar Skulpturen als Hinweis auf den Skulpturenpark links oben auf einem Hügel. Der Abstecher den Hügel hinauf mitten in die urgewaltige Felslandschaft Assuans ist schon wegen des herrlichen Ausblicks sehr zu empfehlen. Wenn Sie darüber hinaus sehr ungewöhnliche Bildhauerarbeiten sehen wollen, werden Sie so bald nicht umkehren.

In Daraw, 44 km nördlich von Assuan, dreht sich morgens alles um die aus dem Sudan kommenden Kamele- Sie werden als Arbeits- und Schlachttiere verkauft. Er öffnet ab 7 Uhr und ist auch für Touristen zugänglich. Er ist der größte Kamelmarkt in Ägypten. Hier ist der beste Ort, um den sudanesischen Kameltreibern zu begegnen, die 40 Reisetage durch die Wüste auf der Darb el Arba`ain (Weg der 40 Tage) mit den entkräfteten Kamelen zurücklegten. Jährlich brechen 800 Kamelkarawanen aus dem Sudan nach Ägypten auf. 100 bis 150 Tiere, 10 000 pro Jahr! Für umgerechnet 900 US-$ kostet ein Kamel. Nachdem sie fett und rund gefüttert wurden, werden sie als Schlachttiere gewinnbringend nach Kairo verkauft.

Fahrstraße von Kairo am östlichen Nilufer (etwa 850 km). Ausländische Touristen müssen sich einem Konvoi anschließen: Luxor – Assuan: 07:00, 11:00 und 15:00 Uhr. Die Fahrt erfolgt entlang der Nil-Ostseite. Assuan – Luxor: 07:00, 13:00 Uhr. - Eisenbahn von Kairo in 16 Std. - Flugzeug von Kairo via Luxor in 2 1/2 Std. - Nilschiffe der Hotelgesellschaften Hilton und Sheraton für hohe Ansprüche, einfachere Schiffe und Kähne ägyptischer Unternehmer mit bescheidenem Komfort.

 
 

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