
Er entstand zu Beginn des Neuen Reichs und ist das Werk ihres Architekten und Günstlings Senmut. Ihm erteilte Hatschepsut auch das Privileg, sein Grab in ihrer unmittelbaren Nähe, auf der ersten Terrasse des Tempels errichten zu lassen. Senmut selber verewigte sich in dem Tempel auf seine Art: Er ließ an versteckten Stellen sein Porträt anbringen - und wer heute im Sanktuar genau hinsieht, dem wird der Architekt aus seinem Reliefbild hinter der einstigen Tür, listig zuzwinkern. Die Bauweise dieser Tempelanlage lehnt sich an die des benachbarten Grabtempels von Mentuhotep an.
Die Rampe der unteren Terrasse trennt die Nordhalle von der Südhalle, an deren Rückwänden bemerkenswerte Reliefs zu sehen sind. Die mittlere Terrasse wurde im Westen und Osten durch Säulenhallen begrenzt. Hier liegt die Geburtshalle, auf deren Wände die Zeugung der Hatschepsut durch Amun und ihre Geburt durch die Königsmutter Ahmes dargestellt sind. An der Nord- und Südseite der oberen Terrasse befinden sich, mit Kraggewölbe gedeckte Räume, Hatschepsut, ihrem Vater Thutmosis I, Re-Harachte und Amun geweiht. Eine Reihe von Nischen in der Westwand der oberen Terrasse enthielten Statuen der Königin, und ein Durchgang in der Mitte der Westwand führte zum Sanktuarium. Der innerste Raum des Sanktuars wurde von Ptolemaios VIII Euergetes II in den Fels geschlagen. Der Tempel stellt im wesentlichen Hatschepsuts politische und religiöse Biografie dar. Er zeigt ihre Geburt in die Dynastien der Pharaonen, ihre Co-Regentschaft mit Thutmoses III. und schließlich ihre Herrschaft als Pharao. Doch nach Thutmoses Übernahme wurde ihre Biografie umgeschrieben.

Offiziell existierte sie von da an nicht mehr als Königin. Eine der möglichen Theorien war: Als Hatschepsut von ihrem Neffen und Stiefsohn Thutmosis III. nach zwei Jahrzehnten Wartezeit verdrängt wurde, ließ dieser nach ihrem Tod in den späten Jahren seiner Regierung für mehr als 3000 Jahre den Namen seiner ungeliebten und gehassten Stiefmutter auslöschen. Thutmosis III. ließ die Hieroglyphen ihres Namens von Obelisken schlagen, auf Tempelwänden auskratzten und von Säulen schaben. Im Totentempel von Deir el-Bahari wird jede Wiedergabe ihres Namens weggestemmt, werden in die Leerstellen andere Namen geschlagen. Nur weniges entgeht der Zerstörung, darunter einige Statuen - und die versteckt angelegten Kartuschen oben an den Pfeilern des Totentempels.
Tempel von Thutmosis III.
Der Tempel wurde kurz nach seiner Fertigstellung von mehrmals herabstürzenden Felslawinen zerstört und fast dreitausend Jahre begraben. Entdeckt wurde er in den 1960er-Jahren. Ein Teilstück der Rampe, Reste der Terrasse sowie Mauer- und Säulenfragmente sind erhalten. Ursprünglich überragte der Tempel die Anlage der Hatschepsut. Nicht weit davon entfernt ließ Thutmosis III. ein Heiligtum für die Kuhgöttin Hathor in den Felsen hauen, das mittlerweile fast zerstört ist. Einige Artefakte aus dem nicht zugänglichen Bereich sind im Luxor-Museum ausgestellt.
Öffnungszeiten und Preise: 6:00 - 17 Uhr; im Sommer 6:00 - 18 Uhr, während Ramadan sind die Zeiten kürzer. Eintritt LE 30. Eigener Ticketschalter. Versuchen Sie die Anlagen so früh wie möglich zu besuchen. Es ist nicht so voll und, noch wichtiger, nicht so heiß. In der Mittagshitze ist der Fußweg vom Tempel der Königin Hatschepsut zum Tal der Könige eine Qual. Und es lohnt sich, den Weg über den Bergrücken zu nehmen. Der Ausblick ist grandios!