Ägypten

Karnak - Tempel des Amun Re

 

Mehr als 2000 Jahre ging die wirtschaftliche und politische Macht Ägyptens von diesem Tempelkomplex aus. Die gesamte Anlage umschließt eine Fläche, die fast doppelt so groß ist wie die des Vatikans. In Luxor-KarnakKarnak ließen die Könige seit dem Ende des zweiten Jahrtausends im Laufe von mehr als 20 Jahrhunderten Heiligtümer für ihren göttlichen Vater Amun-Re errichten, um sich seiner Gunst zu versichern. Oft zerstörte ein Pharao die Bauwerke seiner Vorgänger, um Platz für ein neues Heiligtum zu schaffen.
Sie alle veränderten, verschönerten und erweiterten über die Jahrtausende die Tempel von Karnak. Und Amun-Re, gegenwärtig in der Goldstatue in einem kleinen Gebäude im Zentrum der Anlage, leuchtete in der Dunkelheit. Zu der Anlage gehörten riesige landwirtschaftliche Flächen; unter Luxor-KarnakRamses III. waren 80 000 Menschen im und für den Tempel tätig. In die inneren Kulträume durften nur die eindringen, die Priester waren oder in irgendeiner Weise im Dienst des Gottes standen. Der Tempel, umgeben von einer hohen Mauer aus ungebrannten Ziegeln, war kein Ort, wo Gläubige sich versammelten. Vielmehr war er eine heilige Stätte, an der geheimnisvolle Zeremonien nach festen und komplexen Ritualen abgehalten wurden, um den Zusammenhalt des Universums zu sichern.

Die Ägypter sahen von dem Tempel lediglich mächtige Tore und abweisende Mauern. Was hätte sie mehr Luxor-Karnakbeeindrucken können? Vom Eingang, dem 1.Pylon aus der 30. Dynastie, gelangt man immer tiefer in die Vergangenheit, durchschreitet die Kolonnade aus der 25. Dynastie, passiert links den Koloss, auf den ein Priesterkönig rund 300 Jahre früher seinen Namen schreiben ließ, und betritt den großen Säulensaal. Angelegt im 13. Jh. v.Chr. unter Sethos I. und Ramses II., erhebt sich wieder der ehemals überdachte Säulenwald, in dem jeder Besucher ins Staunen gerät. Hinter dem 4. Pylontor ragt noch einer der Obelisken der Luxor-KarnakHatschepsut auf, deren Spitzen, so besagt es die Inschrift, vergoldet waren. Zwei Tore weiter die Wappenpfeiler Thutmosis III.; schließlich der Hof, wo einst Karnaks Keimzelle lag. Am besten wandelt man weiter zum Festtempel Thutmosis III., wendet sich dann nach Süden zum Heiligen See, beschaut dort den Weg zum Tempelkomplex der Mut. Weiter zum Chons-Tempel im Südwest- und Freilicht-Museum im Nordwesteck, wo die Stationskapelle Sesostris I. steht.

Von 9 Uhr bis 17:00 Uhr, im Sommer von 6 Uhr bis 18:00 Uhr. Eintritt LE 50, Freilichtmuseum LE 25. Tickets erhältlich an den Schaltern an den Eingängen zu den Stätten. Versuchen Sie die Anlagen so früh wie möglich zu besuchen. Es ist nicht so voll und, noch wichtiger, nicht so heiß.

In deutscher Sprache jeden Mittwoch und Sonntag. Beginn 18:30 Uhr. LE 55.

Alle Fotos: © Janka Heissinger

 
 

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