Alexandria, El-Iskandariya

 

"Alexandria, Morgentau, Flaum der weissen Wolken, Kreuzung der Strahlen vom Wasser in den Himmel, Herz der in Honig und in Tränen getauchten Erinnerungen" - Nagib Machfus

AlexandriaAlexandria, das nach den Plänen des Deinokrates errichtet wurde, hat heute nur noch wenig ruhmreiche Erinnerungen von der Zeit der Antike.
Verschwunden sind die bedeutendsten Monumente, abgebrannt die berühmten Bibliotheken, zerfallen der Leuchtturm. Von der königlichen Begräbnisstätte mit dem Grab Alexanders, dessen Leichnam Ptolemaios 323 v. Chr. von Babylon nach Ägypten holte, fehlt jede Spur. Wohnungsnot und Slumbildung durch Massenzuwanderungen, Luft- und Wasserverschmutzung und eine völlig überforderte Infrastruktur sind nur einige der Probleme, mit denen Alexandria zu kämpfen hat.

Plutarch schreibt, das Homer Alexander dem Großen im Traum erschienen sei, um ihm den geeigneten Ort Alexandriafür die Stadt zu beschreiben. Dieser hörte die Worte sagen: "Es liegt eine Insel im Meer, direkt gegenüber dem fruchtbaren Ägypten, die Pharos genannt wird." An dieser Stelle entstand 331 v.Chr. die zukünftige Hauptstadt des Reiches der Lagiden (Ptoemäer), die später eine der bedeutensten Städte des römischen Imperiums wurde. Die Stadt erlebte in den folgenden Jahrhunderten einen immensen wirtschaftlichen Aufschwung. Gelehrte wie der griechische Mathematiker Euklid kamen zu Forschungszwecken hierher. In den Bibliotheken Alexandrias, allen voran der großen Bibliothek Museion, war das Wissen der damaligen Zeit auf rund 900 000 Schriftrollen gesammelt. Doch bereits 49 v. Chr. gingen diese unersetzbaren Schätze in den Wirren der Thronstreitigkeiten zwischen Kleopatra und ihrem Bruder Ptolemaios XIV. in Flammen auf. Bis heute weiß man nicht genau, wo die Bibliothek stand, noch wer sie in Flammen aufgehen ließ. Der Neubau der Bibliotheca Alexandrina sollte das Wunderwerk der Antike wieder auferstehen lassen. Siehe auch Die neue Bibliothek.

Alexandria hat zwei Flughäfen: Alexandria-Nozha (ALY), 8 Kilometer vom Zentrum entfernt, und Alexandria-Borg El Arab (HBE), 60 Kilometer südwestlich. Der Flughafen El Alamein-Dabaa (DBB) liegt 60 Kilometer westlich von El-Alamein. Und auch Marsa Matruh (MUH) hat einen eigenen Flughafen.

Die Stadt hat seit der Errichtung des Steinschüttdamms, des sog. Heptastadion, durch Deinokrates, zwei Häfen. Der ältere Osthafen erlebte im Mittelalter seine Blütezeit. Sein Niedergang begann im osmanischen Reich, als die Konkurrenz der besser an das Hinterland angeschlossenen Häfen Rosetta und Damietta zu stark wurde. Der Westhafen stammt aus der ptolemäischen Epoche und hieß ehemals Eunostos, "gute Heimkehr" ; ihn ließ Mohammed Ali ausbauen. In der ersten Hälfte des 20. Jh., als das Passagierschiff die einzige Möglichkeit war, von Europa nach Alexandria zu reisen, liefen mehr als 2000 Schiffe pro Jahr den Hafen an. Mehr als 60% der ägyptischen Im -und Exporte werden heute über den Hafen von Alexandria abgewickelt. - Über 25 km erstreckt sich die Hafenstadt entlang der Mittelmeerküste mit ihren vielen kleinen Buchten. Eine Fahrt auf der vierspurigen Corniche, die den Ortsteil der Stadt mit dem Westen verbindet, vermittelt heute einen eher traurig stimmenden Eindruck der "Perle des Mittelmeers". Viele der einst prächtigen Bürgerhäuser sind verfallen oder wurden durch moderne Betonhäuser ersetzt. - Verkehrsmittelpunkt der Stadt ist der Midan Tahrir (Freiheitsplatz), mit einer Reiterstatue des Muhammad Ali (von 1872), dem Justizpalast und der anglikanischen Sankt-Markus-Kirche. An dem Platz schließt nördlich der Anlagen gezierte Platz Midan Ahmed Orabi. Er führt zu der prächtigen Uferpromenade Corniche (Straße des 26.Juli), die den alten Osthafen, den Haupthafen der Antike, südlich in weitem Bogen umzieht. Im Wasser des Osthafens entdeckte man in etwa 8 m Tiefe die Reste des von Strabo beschriebenen Palastes der Kleopatra sowie andere antike Bauten und Kaianlagen. Alexandria ist mit knapp vier Millionen Einwohners die zweitgrößte Stadt Ägyptens.

 

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