Alexandria

Alexandria
Pompejussäule, Serapeum und Kom el-Shoqafa

 
 

Sie erhebt sich auf den Resten einer antiken Mauer, Architekturfragmenten und Schutt bedeckten Anhöhe, über den Trümmern des alten, weithin berühmten Serapeum (Serapeion).
Einige Historiker sind der Ansicht, die Säule sei Teil der Vorhalle der Tochterbibliothek gewesen, der zweiten Großen Bibliothek, die sich angeblich im Serapeum befand. Die Säule ist 26,85 m hoch, mit korinthischen Kapitell und besteht aus rotem Assuan-Granit. Ihr Durchmesser beträgt am unteren Teil 2,70 m und im oberen Teil 2,30 m. Der Stadthalter Ägyptens widmete sie um 297 Kaiser Diokletian für seinen Sieg im Jahre 296 gegen den Christen Achilles, der sich den Kaisertitel angeeignet hatte. Im Granitsockel sind in griechischer Schrift vier Zeilen eingemeißelt: "Dem gerechten Schutzgott Alexandrias, dem unbesiegbaren Diokletian: posthum, dem Stadthalter von Ägypten".

Der antike, dem Gott Serapis geweihte Tempel, wurde ehemals von einigen Autoren, als der schönste Tempel Alexandrias beschrieben, der nur vom Capitol übertroffen werde. Hundert Stufen führten zum Serapeum hinauf. Im Sanktuarium befand sich eine reich verzierte Statue, die Serapis mit den Gottheiten Apis, Isis und dem Sohn Harpokrates darstellte. Gegen Ende des ersten Jahrhunderts wurde das Serapeum zerstört. Wahrscheinlich ist unter der Herrschaft Hadrian ein neuer Tempel errichtet worden. Im Jahre 391 zerstörten Christen den Tempel und erbauten ein Kloster zu Ehren Johannes des Täufers, das seinerseits, wahrscheinlich im 10. Jh., zerstört wurde.

Vom Hauptbahnhof geht man die Sharia Khedeiwi und biegt links in die Sharia Amud el-Sawari ein. Hinter der Pompejussäule geht man rechts die Sharia Bab el-Muluk hinunter, dann die Sharia el-Nasriya und steht dann auf einem felsigen Plateau, dem "Scherbenhügel". Hier wurden christliche Katakomben und Kapellen gefunden. Bei der Verteidigung der Stadt durch Mohammed Ali wurden sie gänzlich zerstört. Durch den Sturz eines Esels stieß man mehr als ein halbes Jahrhundert später, im Jahre 1900, zufällig auf eine weitere Nekropole. Die weitläufige Felsengrabanlage stammt wahrscheinlich aus dem 2.Jh. n. Chr. Der hier deutlich werdende griechisch-römisch-ägyptische Mischstil ist typisch für Alexandria. - Die Grabanlage, vielleicht die Begräbnisstätte eines Kultvereins, liegt in mehreren Stockwerken übereinander. Das Innere ist durch Holzbrücken und elektrische Beleuchtung bequem zugänglich. Man steigt neben der Sarkophagkammer aus späterer Zeit auf einer Wendeltreppe mit großem rundem Lichtschacht zu zwei Stockwerken hinab, deren unteres meist von Grundwasser erfüllt ist. Vom Eingang des Stockwerkes gelangt man zu einer Rotunde, mit Kuppelüberbau; rechts liegen zwei kleinere Räume mit Nischen, Sarkophagen und Schiebegräbern (Ioculi), links ein großer Saal, das Triclinium funebre, für Leichenschmäuse.
Weiter unten teilt sich die Treppe, und man erblickt die Haupträume der Anlage. Hier betritt man die eigentliche Grabkapelle, die drei Nischen mit Sarkophagen enthält; in der mittleren Nische ruht auf einer Bahre die Mumie, von den drei Unterweltsgöttern Horus, Thot und Anubis umgeben.

 

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