Alexandria

Alexandria - Die Türkische Stadt

 

OsthafenDer älteste Teil von Alexandria liegt auf der Landzunge, die das Festland mit der ehemaligen Insel Pharos verbindet. Es umschließt die Stadtteile Al-Anfushi, Al-Gumruk und Ras at-Tin (Kap des Feigenbaums). Diese im 16. Jh. entstandenen Viertel wurden lange Zeit von westlichen Reisenden als `Türkische Stadt ` bezeichnet. Das älteste Viertel, Al-Gumruk, bildete sich nach dem Verfall des mittelalterlichen Alexandria, das weiter im Süden an der Stelle der antiken Stadt lag. Am Westufer befinden sich zahlreiche Bootswerkstätten. Im Laufe des 17. Jh. wurde die Stadt von der Pest heimgesucht. 1658 war das mittelalterliche Alexandria ein Haufen Ruinen. Man begann außerhalb der Mauern mit dem Bau neuer Häuser, dem Kern einer neuen Stadt, die im 18. Jh. einen großen Aufschwung erlebte. Doch auch sie fiel der Pest zum Opfer. Nur einen kleinen Marktflecken mit etwa 8000 Einwohnern, die vom Fischfang lebten, fanden die Franzosen 1798 bei ihrer Eroberung vor. Die Stadtteile Ras el-Tin und Al-Anfushi entwickelten sich unter Mohammed Ali (1805-1849), der vor allem den Aufbau der Kriegsmarine betrieb. 1818 ließ der Großpascha den prunkvollen Ras el-Tin-Palast bauen. 1925 modernisierten italienische Architekten den Palast. Die Räumlichkeiten sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Am 16. Juli 1952 unterzeichnete hier der letzte ägyptische König Faruk seine Abdankungsurkunde.

Südlich des Ras el-Tin-Palast wurden 1901 und 1921 fünf Grabstätten entdeckt, die aus der ersten Hälfte des 3. Jh. stammen. Das erste Grab ist das bemerkenswerteste der fünf Gräber. Die Treppenmauern und die Wände der Gräber sind mit bemalten Stuck, Marmor- und Alabaster-Imitationen bedeckt. Die Grabmotive zeugen von der Verschmelzung hellenistischer Kultur und traditioneller Formen ägyptischer Kunst. Öffnungszeiten: 9 – 17 Uhr. Eintrittspreis: LE 15.

Nahe der Abul-Abbas-el-Mursi-Moschee, Osthafen, tgl. 9-17 Uhr. Eintrittspreis LE 30. Wo einst der 140 m hohe Leuchtturm von Pharos stand ( eines der 7 Weltwunder), errichtete Sultan Qait Bey um 1470 im Osthafen diese Festung mit Schießscharten zum Meer hinaus. Vom dach aus hat man einen guten Ausblick auf die scheinbar unendliche Ausdehnung der Küste. Der Osthafen von Alexandria war einer der größten Häfen der Antike. Rings herum standen Gebäude - Tempel, Paläste -, und sie alle wurden zerstört, nicht nur durch Erdbeben und Überschwemmungen, die irgendwann im vierten Jahrhundert n. Chr. begannen, sondern auch durch eine ständige, langsame tektonische Senkung. Vom Dach der Festung mit ihren Ecktürmen hat man einen wunderbaren Blick über den Fischerhafen und die Skyline Alexandrias. Auf der gegenüberliegenden Uferseite erhebt sich ihr Pendant, das ehemalige Fort Julien, in dem Hauptmann Boucherd 1799 den Stein von Rosetta entdeckte, anhand dessen Champollion die Entzifferung der Hieroglyphen gelang.

Die wichtigste Moschee Alexandrias trägt den Namen eines Heiligen aus Andalusien, der im 13. Jh. starb. Sie wurde 1769 über dem Grab des als heilig verehrten Gebas Ahmed Ibn Umar Ibn Mohamed Al Ansary El Mursi erbaut. Zu finden zwischen Fort Qait Bey und Stadtzentrum auf dem Midan el-Gawamaa, kurz hinter der Corniche. Die Erneuerung der Moschee, sie vereint mit ihrer geometrischen Ornamentik und den ausgereiften Holzschnitzereien wunderschön die verschiedenen Elemente islamischer Architektur, begann 1928, sie wurde aber erst 1945 fertiggestellt. Der Architekt war Mario Rossi (1897 - 1901). Von ihm stammen auch die Pläne der Ras el-Tin- und der Ibrahim el-Kaid Moschee. Das zentrale Kuppeldach der Moschee hat beeindruckende Ausmaße (24m lichte Höhe). Es wird von acht monolithischen Säulen aus Rosengranit getragen, der in Italien gebrochen, geschnitten und poliert wurde und ist von vier kleinen Kuppeln umgeben. Während des Ramadans oder zum Mulid des Scheichs, erlebt vor dieser Moschee das abendliche Fastenbrechen.

Sie ist eine der älteren Moscheen der Stadt und stammt aus dem Jahre 1677. Im Erdgeschoß reihen sich Geschäfte und ein Reinigungsbrunnen (Sabil) entlang der Fassade. Zugang erhält man durch ein Portal aus zweifarbigen Ziegeln. Links von der Treppe stehen zwei große Granitsäulen mit korinthischen Kapitellen.

 

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