Kairo erkunden
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Sich im Gewirr von Kairos Gassen, Straßen und Brücken zurechtzufinden, ist für den Besucher keine leichte Aufgabe. Ein gültiges Rezept gibt es nicht. Am einfachsten, am bequemsten haben es die Gruppenreisenden, alles ist geplant und wird präzise durchgeführt, nichts Wesentliche wird ausgelassen, und wie man irgendwohin gelangt, braucht einen kein Kopfzerbrechen machen. Im Riesenlabyrinth von Kairo sind das große Vorteile, mit der Einschränkung freilich, daß man vom pulsierenden Leben und den Menschen distanziert bleibt und das Stadtbild durch die getönten Scheiben des klimatisierten Bus oft nur wie auf der heimatlichen Mattscheibe sieht.
Im Gelände zwischen dem Ostufer und dem islamischen Teil hat sich das moderne Stadtzentrum entwickelt. Verkehrsmittelpunkt ist hier der Midan Tahrir, an dem sechs Straßen zusammenlaufen. Hier liegen der Busbahnhof und das weltberühmte Ägyptische Museum. Zwischen dem Tahrir und dem nördlich gelegenen Ramses Bahnhof befindet sich das moderne Einkaufsviertel der Stadt. Auf der westlichen Seite des Nils liegen im Norden die neueren Stadtteile Zamalek und Mohandissin, südöstlich davon Dokki mit der Universität und dem Zoo. Südwestlich schließt sich Gizeh an, zu der die Pyramiden am westlichen Wüstenrand gehören.
Die offiziell selbstständige Stadt ist heute fest mit Kairo verwachsen. Einige Vororte wie Heliopolis im Nordosten mit dem internationalen Flughafen und Maadi im Südosten, wo viele Ausländer leben, seien vollständigkeitshalber noch erwähnt. Ein Stadtplan hilft bei der Orientierung. Für weitere Strecken empfehlen sich die Metro oder Busse oder, wenn Sie es einfacher wollen, ein Taxi.
Den besten Einstieg in die Topographie Kairos, die Orientierung über Stadt und Umgebung hat man, den Stadtplan in der Hand, auf der Insel Gezira vom 187m hohen Kairotower, Eintritt £E 50 (ohne Getränk) für einfache Fahrt, £E 70 mit Softdrink und £E 100 einschließlich Essen. Der Cairo Tower ist derzeit wegen Renovierung geschlossen (Dez. 07).
Norden
Inselstadtteil Zamalek, Nilbrücken, halbrechts Heliopolis und der Flughafen.
Osten
Tahrir - Brücke, Nile - Hilton-Hotel, Rundbau der Funk- und Fernsehgesellschaft, Ägyptisches Museum, Rundplatz Midan al-Tahrir, ins Stadtzentrum führende Geschäftsstrassen, dahinter die islamischen Altstadtviertel mit Moscheen und Zitadelle vor den gelbroten Höhen des Mokattam.
Süden
Halblinks Alt-Kairo, Maadi und Hochhäuser der Kliniken, der Nil und weiter rechts die Stufenmastaba von Sakkara.
Westen
Neuerer Stadtbezirk Dokki, Universität, Zoo, Botanischer Garten, die drei Pyramiden von Gizeh.
Als Fußgänger
Fußgänger in Kairo zu sein hat etwas mit Überlebenskunst zu tun: Da jeder motorisierte Verkehrsteilnehmer den jeweils Schwächeren aussticht, ist der am Ende der Kette laufende Fußgänger der Dumme – in Kairo lernt auch der Faulste, um sein Leben zu rennen. Trotzdem sollten Sie auf Spaziergänge vor allem in den Souks nicht verzichten, nur als Fußgänger mit Muße werden Sie Blicke hinter die Kulissen werfen können.
Mit dem Bus, Taxi oder Auto
Der Verkehr gleicht einem Tollhaus und fließt trotzdem munter auf Straßen, über Brücken und in engsten Gassen dahin. Dazu kommen unzählige Pferde und Esel, die, beladen oder vor Karren gespannt zusätzlich durch Kairos Straßen ziehen. Fahrzeugstaus und überfüllte, auffallend nach rechts geneigte Busse sind die Regel, weil Fahrgäste an den Eingangstüren und aus den Fenstern hängen oder auf den hinteren Stoßstangen stehen. Man muß es sehen, beobachten und schließlich selbst probieren. Gerade die Busse, lernt man als billigste Fortbewegungsmöglichkeit und Ort, um Kontakte zu knüpfen, zu schätzen kennen. Frauen sollten Busse aber meiden, weil Touristinnen-Grapschen beliebt ist und es im Gedränge kein Entkommen gibt. Es ist ratsam, mit eigenem oder öffentlichem Fahrzeug (Taxi, Bus, Vorortbahn) nur bis in die Nähe des gewünschten Zieles zu fahren und dann weiter zu Fuß zu erkunden, besuchen und zu besichtigen, weil man nur so unbeschadet und problemlos seine Umgebung erleben kann und in Kairos oft zu engen Basargassen überhaupt nur zu Fuß vorankommt.
Kairo verfügt über ein dichtes Netz verbeulter, lärmender, schwarze Abgasschwaden ausstoßender Linienbusse. Die meisten Busse verkehren von 6-24 Uhr, während des Ramadan bis 2 Uhr nachts. Der Fahrpreis in der gesamten Stadt beträgt 25 Pt. Diesen Betrag nach Möglichkeit passend in der Hand halten, denn der Schaffner ist meist knapp an Wechselgeld. Das Autobusfahren in Kairo wird zum billigsten Vergnügen überhaupt, wenn man erst mal einen Bus bestiegen hat, denn üblicherweise wird immer versucht, gleichzeitig hinten wie vorne ein- und auszusteigen. Bleiben Sie in Türnähe und verteidigen Sie diesen Platz mit aller Standhaftigkeit, denn rauszukommen ist manchmal schwieriger als hinein. Aufpassen! Touristen kommen den Taschendieben in dieser Situation wie gerufen. Nur wenige Autobuslinien sind für den Fremden von Interesse und Nutzen. Der Busbahnhof am Midan Ramsis wurde nun hinter das Bahnhofsgebäude auf den Midan Ahmed Helmi verlegt: Durchfahrende Linien vom Midan Tahrir halten in der Sharia Ramsis neben der großen Moschee, die in Richtung zum Midan Tahrir unter der Hochstraße in der Sharia Galaa, alle anderen auf dem Midan Ahmed Helmi (rechts neben der Kirche, vom Bahnhof aus gesehen). Gleichzeitig wird dieser Platz auch von Minibussen benutzt, die Ziele innerhalb der Stadt anfahren.
Die Metro von Kairo (zu finden mit dem Symbol ´M´) wurde 1987 eingeweiht und ist die erste Metro auf afrikanischem Boden. Sie funktioniert gut und schnell und ist selten überfüllt. Die Metro verbindet die schon existierenden Vorortbahnen von Heluan im Süden durch die Stadt mit der Bahn nach El Marq im Norden. 1996 kam ein erstes Teilstück der Linie 2 von Shonbra El Kheima nach Mubarak hinzu. Die Metrolinie 2 wurde nach dem bisherigen Endhalt Giza Suburban zum Midan Mounib verlängert; dazwischen liegt die Station Sakiat Mekki. Vom Midan Mounib fahren viele Busse ins südliche Niltal ab. Seit April 1999 unterquert eine U-Bahn-Linie vom Zentrum Kairos bis in den Vorort Gizeh (fünf Kilometer lang) den Nil. Der Ausbau dieser Strecke ist bis zu den Pyramiden geplant. Züge verkehren täglich von 5.00 bis 24 Uhr, im Sommer bis 1 Uhr nachts. Heben Sie das Ticket während der Fahrt auf, da Sie es für die Ausgangssperre noch einmal benötigen (französisches Zahlungssystem). Die Metro kostet auf dem gesamten Streckennetz LE 1. Kinder unter 10 Jahren fahren kostenlos. Tickets kauft am am jeweiligen Schalter der Station. Die Züge sind zumindest während der Stosszeiten, 8-10 und 14-16 Uhr sehr voll. Längere Aufenthalte im Bahnhof sind übrigens verboten, man muss den nächsten einlaufenden Zug nehmen. Frauen sollten in öffentlichen Verkehrsmitteln immer bei anderen Frauen sitzen. So kommen viele Männer erst gar nicht auf den Gedanken, Sie anzusprechen. In der Metro sind die ersten beiden Wagons für Frauen reserviert, es können aber auch andere benutzt werden.


