Midan el-Tahrir, Abdin und Garden City
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Midan el-Tahrir, Platz der Freiheit
Der Tahrir-Platz, der lange Zeit abseits vom Treiben des Zentrums lag und einst vom Khediven Ismail (1863-1879) als Zentrum eines mondänen, begrünten Stadtviertels geplant war, ist zu einer Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs und zum Nadelöhr Kairos verkommen.
Hier laufen auch sechs Strassen zusammen und findet sich die Metrostation "Sadat". Auf der rechten Seite des Platzes liegt das langgestreckte Gebäude des ägyptischen Museums. Das Gebäude aus der Zeit Abbas`II. trotz der gesichtslosen Moderne. 1902 siedelte das 1858 von Auguste Mariette begründete Museum in den neoklassizistischen Neubau über. Mehr unter: Ägyptisches Museum.
Plüschige Hotels wie das "Cosmopolitan", "Windsor" oder "Victoria" haben wieder, generalüberholt, ihre Pforten geöffnet. Und ehrwürdige Läden wie "L’Orientaliste" in der Sharia Kasr el-Nil, diese Schatztruhe für Bibliophile, oder die – teilweise deutschsprachige – Buchhandlung "Lehnert & Landrock" in der Sharia Sherif bieten dem elektronisch verseuchten Zeitgeist tapfer Paroli.
Hier findet man jede Art von Geschäft. Preise und Qualität der Waren sind hier unteres bis mittleres Niveau.
Mogammaa
Am südlichen Ende des Platzes steht das 1950 entstandene Gebäude. Es ist das Zentrum der ägyptischen Verwaltung und Ihre Anlaufstelle, wenn Sie eine Visum-Verlängerung brauchen. Die Arabische Liga hat dort ihren Sitz. Gründung am 22. 3. 1945 in Kairo (Ägypten) als Pakt der Liga der Arabischen Staaten. Mitglieder: Ägypten, Algerien (1962), Bahrain (1971), Djibouti (1977), Irak, Jemen, Katar (1971), Komoren (1993), Kuwait (1961), Libanon, Libyen (1953), Marokko (1958), Mauretanien (1973), Oman (1971), Palästina (1976), Saudi-Arabien, Somalia (1974), Sudan (1956), Südjemen (1967), Syrien, Transjordanien (seit 1950 Jordanien), Tunesien (1958), Vereinigte Arabische Emirate (1971).
Amerikanische Universität
Das Privatinstitut ist seit seiner Gründung im Khayri-Palast untergebracht, in dem sich früher eine Zigarettenfabrik befand. Website: http://www.aucegypt.edu/, P.O. Box 2511, Cairo 11511, Egypt
Abdin Palast
Nahe der Moschee von Abdin Bey (ein türkisches Emir und Brigadier des Ottoman-Sultans). Der Palast wurde 1863 von dem Khediven Ismail für die Errichtung eines neuen Wohnsitzes im Jahr seiner Thronbesteigung gegonnen. Der Khedive wollte, daß sich der Regierungssitz nicht mehr in der Zitadelle befindet. Der französische Architekt De Curel Del Rosso wurde mit der Aufgabe betraut. Er wurde durch eine Anzahl von italienischen, französischen und türkischen Architekten und Innendekorateuren unterstützt, unter ihnen Del Rossos Landsmann, Rousseau. Die Bauzeit belief sich auf rund 10 Jahre. Die damals übliche Holzkonstruktion wurde mehrmals ein Raub der Flammen. Schließlich aus Stein gebaut vom berühmten Architekten Antoine Lasciac zwischen 1909 und 1911. Seine strenge Eleganz beeindruckte die Gäste Ismails. Die Innendekoration ist vor allem in Alabaster und venezianischem Glas ausgeführt. Nach 1952 wurde der Palast der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Man konnte dort eine bemerkenswerte Uhren-Sammlung besichtigen, die König Faruk zusammengetragen hatte. Heute sind verschiedene Regierungsressorts im Palast untergebracht, der nicht mehr besichtigt werden kann.
Gleich in der Nähe, am Midan Ahmed Maher befindet sich im Gebäude der Staatsbibliothek das Museum für islamische Kunst. Täglich von 9 - 16 Uhr, Fr 9-11 und 14-16 Uhr, Sh. Port Said, LE 30.
Umfassendste Sammlung islamischer Kunst der Welt. Da den Künstlern die Darstellung von Menschen aus religiösen Gründen verboten war, haben sie sich auf Ornamente und Kalligraphie spezialisiert.
Das 1880, von dem deutschen Gelehrten und Architekten Franz Pascha gegründete und 1903 in das aktuelle Gebäude am Ahmed Maher-Platz umgesiedelte Islamische Museum beherbergt hier eine der wichtigsten Sammlungen islamischer Kunst. In 23 Sälen zeigt es um die 70 000 Exponate aus allen Epochen, z.B. Moscheemobiliar, wertvolle Koranausgaben, Manuskripten etc.. Wer tiefer in die islamische Kunst eindringen will, bekommt hier einen nahezu geschlossenen Überblick. Die anderen Säle sind bestimmten Themen wie Holz-, Keramik-, Metallarbeiten und Textilien gewidmet.
Beit el-Umma
Das Gebäude von der Jahrhundertwende war der Wohnsitz des Nationalisten-Führers und Gründer der Wafd-Partei Saad Zaghlul (1860-1927). Man wandelte es in ein Museum mit dem Namen Beit el-Umma ("Haus des Volkes") um, wobei die Originalausstattung unverändert blieb. Die Villa erlaubt einen Einblick in die Mode und Lebensweise der politischen Elite Ägyptens zu Beginn des Jahrhunderts.
Garden City
Der idyllische Vorort "Garden City" ist ein Wohnviertel, das seine Erbauer, die Bacos, Grundbesitzer syrisch-libanesischer Abstammung zu äußerst günstigen Konditionen erwarben. Das ehemalige Domizil von Ibrahim Pascha liegt am Ufer des Nils. Zwischen wenigen Villen von 1910 stammt die Mehrzahl der Häuser aus dem Jahre 1925 bis 1935. Sie sind anschauliche Beispiele des Art déco in Ägypten.

