Bab el-Hadid, Ezbekiya und Ataba
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Hauptbahnhof
Der Ramses-Bahnhof wurde hier 1856 erbaut und 1892 im arabischen Stil neu errichtet. Der Bahnhofsvorplatz heißt nach einem früheren Stadttor. Eine Statue des Pharao Ramses II. überragte etwa 46 Jahre den Springbrunnen. Doch Ramses musste aus "gesundheitlichen" Gründen umziehen. Lange wurde der ursprüngliche Fundort Mit Rahina (Memphis) von den Experten favorisiert. Allerdings stellte sich bei genaueren Untersuchungen heraus, dass dort der Boden für den 12 Meter hohen, 90 Tonnen schweren Granit-Koloss zu weich ist. Jetzt traf der Kulturminister Farouk Hosni die (?) Entscheidung: Ramses II. wird eine neue Heimat am Al Remaya-Platz in Giza finden, eine Hauptattraktion des dort geplanten neuen Ägyptischen Museums werden. Vom Ramses Bahnhof gehen alle Züge ab. An den Hauptbahnhof schließt sich nördlich der Vorortbahnhof Pt. Limoun an. Rechts in der Bahnhofshalle ist ein Postamt. Unter dem Bahnhofsvorplatz liegt die Metro-Station Mubarak.
Eisenbahnmuseum
Midan Ramsis, Kairo. Di-So 8-13; £E 10, freitags LE 20. Am hinteren Nordende des Hauptbahnhof-Gebäudes liegt das 1933 gegründete Eisenbahnmuseum. 700 Ausstellungsobjekte, Nachbildungen in Originalgröße und Miniaturmodelle sind dort zu besichtigen. Die Attraktion ist eine von Stephensen in England gebaute Lokomotive, mit der der Khedive Ismail sein Reich bereiste.
Sharia Imad el-Din
In der einst von Theatern und Kabaretts gesäumten Hauptstraße wurden die ersten Hochhäuser von Kairo gebaut. Die ältesten Wohnhäuser sind die Khediven-Wohnhäuser von 1910, die im Pariser Haussmann-Stil errichtet wurden. In der Sharia el-Din befanden sich auch die großen Clubs von Kairo. Hier gibt es auch mehrere Kinos. Bereits 1933 wurde das "Diana" im reinen Art déco-Stil erbaut.
Ezbekiya
Dieses Viertel war früher ein See und wurde 1837 trockengelegt. Ab 1868 wurde der nördliche Teil parzelliert. Nach einem vorgegebenen Plan errichtete man Arkadenbauten, die teilweise gut erhalten noch heute in der Sharia Wagh und der Sharia Mohammed Ali stehen. Auf Wunsch des Khediven Ismail entstand hier nach dem Vorbild der Pariser Stadtgärten ein Lustgarten in einer künstlich angelegten Hügellandschaft. Der Khedive ließ im südlichen Teil des Parks innerhalb weniger Monate, einen Zirkus, ein Theater und ein Opernhaus errichten. Das Opernhaus wurde mit der Aufführung von Verdis "Aida" 1869 eingeweiht. 1971 wurde sie bei einem Brand völlig zerstört und durch einen Parkplatz ersetzt. Heute steht sie auf der Insel Gizera. Die umfangreichen Modernisierungen führten dazu, daß Esbekija für viele Jahre zum beliebtesten Viertel für Besucher und vor allem für die in der Stadt lebenden Europäer wurde. Bereits im 18. Jh. war diese Viertel die elegante Wohngegend der reichen Händler und Mameluken- Beys. Viele Länder richteten anfänglich ihre Konsulate in Esbekija ein. Es gab dort die besten Cafés, Restaurants und Hotels, wie z.B das New Hotel ( heute Hotel Continental) und das berühmte Shepheard`s, welches nach Unruhen am 26. Januar 1952 durch einen Brand zerstört wurde. In der Umgebung entstanden mehrere Kaufhäuser, z.B. 1913 das Sednawi, 1908 Tiring & Stein, 1911 Omar Effendi und die Kaufhauskette Cicurel. Heute sind die Parkanlagen in Esbekija vernachlässigt und kaum gepflegt. Nach wilder Bebauung ist der Park nun mit Gebäuden jeglicher Art überwuchert und durch die Verlängerung der Straße des 26. Juli zerschnitten.
Ataba
Zwischen der Altstadt und dem moderen Kairo befindet sich auf dem Ataba-Platz (Midan el Ataba El Khadra) der größte Fischmarkt der Stadt.
Unter den Arkaden der angrenzenden Gebäude bieten Händler Gebrauchtgegenstände und Trödel feil.
Auf der nördlichen Seite haben seit den 30er Jahren die Buchhändler ihre Verkaufsstände. Ein besonders opulentes Gründerzeit-Ambiente bietet der Midan Talaat Harb. An diesem Platz, dessen Namenspatron, Ägyptens Industriepionier, in Bronze gegossen über das Verkehrsgewühl wacht, steht das einst berühmteste Café der Stadt. Im "Groppi" mit seiner Jugendstilfassade traf sich tout Caire, um sich von nubischen Kellnern in goldbestickten Kaftanen und burgunderroten Tarbuschen English Tea und Petits Fours kredenzen zu lassen. Unter Nassers Sozialismus verlotterte das Lokal. Doch vor kurzem wurde es wieder auf Hochglanz poliert. Auch das "Café Riche", schräg vis-à-vis, wo in den postrevolutionären Jahren die nationalbewusste Intelligenzija nächtelang disputierte und kühne Pläne schmiedete, feiert neuerdings einen zweiten Frühling.
RICHE, Sh. Talaat Harb 17; tgl. 8–1 Uhr.
Post-Museum
In der ersten Etage des Hauptpostamtes, neben der Feuerwehr, Tel.: (02) 391 0011, 391 0049, täglich geöffnet außer freitags von 09:00 bis 13:00 Uhr. Das Museum stellt die Postgeschichte von pharaonischen Zeiten bis in die Gegenwart dar. Zu den Ausstellungsstücken gehören Einrichtungsgegenstände von Postbeamten, eine Briefmarkendruckmaschine und zahlreiche andere Gegenstände zur Postgeschichte.

