Sharia al-Muizz Li-Din Allah
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Die 5 km lange Sharia al-Muizz li-Din Allah ist die Lebensader der Stadt. Zur Pharaonenzeit führte diese Straße von Heliopolis nach Memphis. Sie ist nach dem Kalifen El-Muizz (931-975) benannt, dem Gründungsvater Kairos. Entlang dieser ehemaligen Prunkmeile haben zahllose Sultane, Prinzen und Wesire längst erloschener Dynastien einander als Bauherren geradezu überboten. Allerdings leiden ihre Moscheen und Mausoleen, ihre Koranschulen, Wohn- und Krankenhäuser, Dampfbäder, Brunnen und Karawansereien auf Grund des Smogs und der Abwässerflut seit Jahrzehnten unter fortgesetzter Zerbröselung – einem Prozess, dem freilich zumindest punktuell durch aufwändige Restaurierungsarbeiten erfolgreich Einhalt geboten wird.
Gebäude des Sultans Barkuk
Zwischen 1382 und 1399 regierte Sultan Barkuk (Barquq), der 1384 den Gebäubekomplexmit einem Madrasa, einer Khanka und einer Grabkammer errichten ließ. Barkuk war tscherkessischer Abstammung und begann seinen Aufstieg unter Yelbuga, dem Regenten von Aschraf Schaban (1363-1376). Er floh 1389 nach Kerak ins Jordangebiet. Das Eingangstor ist mit Bronzefiligran und polygonalen Verzierungen versehen. Im Hof, den vier Liwanen umgeben, befindet sich ein Brunnen. Rechts des nördlichen Liwans führt ein Tor zum Grab der Tochter des Sultans.
Prinz Bechtak-Palast
Seif El Din Bichtak El Nasseiry ließ den Palast 1334 errichten. Bemerkenswert ist
der Hauptraum (Kaa) im ersten Stock mit seinen Spitzbögen, Fenstern, vergoldeten und bemalten Holzverzierungen. Der Palast beherbergt ein Museum für Stadtgeschichte.
Beit El Suhaimi
1648 erbaut und erst vor kurzem komplett restauriert, bietet das Haus im mamlukischen Stil mit rund 100 Zimmern einen beeindruckenden Einblick in die Wohnkultur des 17. Jh. Das Gebäude ist aus zwei Häusern zusammengewachsen, was auch die unterschiedlichen Stile der Räume erklärt. Eine erholsame Oase im Basar-Trubel ringsum. Zweite Querstraße rechts vor der Hakim-Moschee an der Sh. Muin Lidin Illah. Eintritt 20 LE.
El-Hakim Moschee
Der Kalif El-Aziz (El Aziz Bi Allah Nezar Ibn El Moez le Din Allah) begann 990 mit den Bauarbeiten, die
sein Sohn El-Hakim im Jahre 1013 beendete. Schon El-Hakim ließ die zwei Minarette an den Ecken der Fassade zum Schutz gegen Erdbeben durch zusätzliche Mauern ummanteln. Als Gefängnis für Kreuzritter und als Pferdestall zweckentfremdet, wurde der Bau ab 1979 von den ismailitischen Bohara wieder instand gesetzt. In ihrem Innern führt eine Treppe zu den Überresten der Befestigungsmauer, die die Stadt im 12. Jh. umgab.
Bab el-Futuh (Bab El Fettouh) »Tor der Eroberungen«
Mächtig erheben sich die Überreste der fatimidischen Stadtmauer, die die ältere Ziegelumwallung ersetzte.
Ein Großteil der Kalksteinblöcke stammt von pharaonischen Bauern, Hieroglyphen und Reliefs bezeugen ihre Herkunft.
Das Tor ist eines der drei noch erhaltenen Tore der fatimidischen Stadtmauer, die im Auftrag des Wesirs Badr el-Din el-Gamali (1010-1094) gebaut wurde: Bab el-Futuh, Bab el-Nasr und Bab el-Zweila. Die ein wenig gedrungen wirkenden Proportionen des Bogens kommen daher, daß sich der Sockel 5 m unter der Erde befindet.

