Kairo

Sharia el-Gamalija und El-Azhar

 

Das Wundersame und das Wahnsinnige an Kairo findet sich nirgendwo untrennbarer ineinander verknüpft als in Gamaliya und Ghuriya, den beiden zentralen Vierteln der islamischen Altstadt.

Al Azhar ("Die Blühende") Moschee und Universität, Midan Hussein, am Basar Khan el Khalili: das 972 von Gohar vollendete bedeutendste Baudenkmal aus der Fatimidenzeit, wurde 988 durch den Kalifen el-Asis zur Universität erhoben. Sie ist gut an ihrem von Sultan El-Ghuri gestifteten Minarett mit den Zwillingstürmchen (Kait Bey) über den prachtvollen Haupteingang, dem "Tor der Barbiere" (Bab el-Mauzaynin), zu erkennen.

Al-AzharDer immer wieder veränderte Komplex umfasst heute sechs Eingangstore und fünf Minarette. Die Namen der Tore beschreiben ihre früheren Funktionen, so wurde z.B. im "Suppentor" an die arme Bevölkerung Kairos Suppe ausgeteilt. Der große Innenhof umaßt 48 x 34 m und der östlich gelegene Gebetssaal ( 80x50 m) nimmt eine noch größere Fläche ein. Dieser neunschiffige Saal diente früher auch als Lehrsaal. Im Norden der Moschee trifft man auf das Grab von Gohar Kunku Bey.

Das Minarett des Kait Bey und das des El-Ghuri darf man gegen Bakschisch besteigen und genießt von dort oben einen prachtvollen Blick über das Häuser- und Gassengewirr des islamischen Kairos.
Grundsätzlich kosten religiöse Bauwerke wie Moscheen, die noch in Benutzung, d.h. nicht museal sind, seit 2001 keinen Eintritt. Schlaue Gauner am Eingang nutzen die Unsicherheit von Touristen und verlangen z.B. für das Abstellen der Schuhe den ehemaligen Eintrittspreis oder verkaufen sogar selbstgedruckte Tickets.