Kairo

El-Ghuri

 

Der Stiftungskomplex El-Ghuris (Qunsuwah Al Ghouri), des letzten großen Sultans der Mamluken (1501-1516) besteht aus fünf Gebäuden: einem Madrasa und einem Mausoleum, die sich in der Sharia Mu’izz li-Din Allah gegenüberstehen, einem Sabil-Kuttab, einem Makaad und einer Wakala. Bei Restaurierungsarbeiten im 18. Jh. erhielt das rechteckige Minarett seine auffällige Bekrönung mit fünf kleinen Kuppelknäufen.

Das als letztes vor der osmanischen Eroberung vollendete Bauwerk (1504/1505), die Wakala, ist die am besten erhaltene Karawanserei in Kairo. Im Ergeschoß befinden sich die Arkaden, in denen eine Ausstellung traditioneller ägyptischer Kunst untergebracht ist. In den früheren Werkstätten befinden sich heute Werkstätten von Kunsthandwerkern. Öffnungszeiten: Täglich 08.00-00.00 Uhr. Eintritt: 6 LE.

Über eine enorme Außentreppe gelangt man in das Madrasa, das mit einem einmaligen quadratischen Minarett mit fünf Köpfen ausgestattet ist. Das Dekor der Portalnische ist dem des gegenüberliegenden Mausoleums angepasst. Wenn man der Sharia el-Muizz nach Süden folgt, gelangt man zu dem Gewürzbasar und zu den Hutmachern, die hier seit dem Mittelalter ihrem Gewerbe nachgehen.

Mohammed Ali ließ das Brunnenhaus 1820 im Gedenken an seinen Sohn Ahmad Tusun errichten, der im Alter von 20 Jahren verstarb. Die Fassade ist nach türkischen Muster mit Marmor verkleidet und mit einem Vordach aus Holz versehen. Die Räume der dazugehörigen Koranschule (Kuttab) liegen hier nicht über, sondern auf beiden Seiten des Brunnenhauses.

Die Moschee wurde 1504 kurz vor dem Tod des Sultans errichtet. Ein tiefliegender, offener Mittelhof ist von vier Liwanen umgeben. Die Fassade aus zweifarbigen Stein ruht auf einem Unterbau, in dem Stoffhändler ihre Waren feilbieten. Man betritt die Moschee durch ein großes Portal mit Kleeblattbogen und Stalakitengewölbe und gelangt in einen Korridor, der durch ein Oberlicht erhellt wird. Bemerkenswert ist das Ornament aus mehrfarbigem Marmor. Die übereinander liegenden Arkadenreihen erinnern an die große Moschee der Omaijaden in Damaskus, wo El-Muaijad Gouverneur war. Der Mihrab ist mit Marmorinkrustationen wundervoll ausgestattet. Die Perlmutt- und Elfenbeinintarsien der polygonalen Kacheln schmücken den Minbar. Eine Besonderheit ist, dass die beiden Minaretten auf das Bab Zweila aufgesetzt sind.