El Qahira - die Siegreiche
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Die ägyptische Hauptstadt Kairo (El Qahira - die Unbesiegbare), die größte des afrikanischen Kontinents wie auch der islamischen Welt und als "Tor zum Orient" Mittler zwischen Christentum und Islam, liegt mit ihrem Kern am rechten Ufer des Nils, rund 20 km südlich der Gabelung des Nils. Mit rund 20 Millionen oder mehr? Einwohnern ist Kairo die größte Stadt des afrikanischen Kontinents. Afrikas größte Stadt ist der Horror aus Staub, Schmutz, Lärm und Smog. Tosender Verkehr, Auto hupen, Reifen quietschen, das Klappern von Schutzblechen - das ist Kairo, das ist der erste Eindruck, der niemanden erspart bleibt. Und doch ist Kairo eine der schönsten Städte der Welt.
Kairo ist eine eher junge Stadt. 3100 v.Chr. war Heliopolis die Hauptstadt des Königreichs, das von Ober- bis Unterägypten reichte.
Danach war Memphis die "Waage beider Länder", die Metropole. Im heutigen Alt-Kairo befindet sich der Ort Cheri-aha, an dem die feindlichen Brüder Horus und Seth miteinander gekämpft haben sollen. Die Griechen gründeten zwischen 98 und 117 n.Chr. eine erste Siedlung, die sie Babylon nannten.
Die Römer legten ein Kastell an, das 641 n.Chr. durch die Araber unter Amr Ibn al-As erobert wurde. Die heutige Megacity steckt voller berühmter Baudenkmäler und Museen. Kairos Islamischer Altstadt verlieh die Unesco bereits 1979 die Auszeichnung Weltkulturerbe.
Amr Ibn al-As, arabische Feldherr und Ägypten-Islamisierer, gründete die erste arabische Stadt in Ägypten, El Fustat (Fostát "befestigtes Lager").
Der Legende nach soll Amr gerade im Begriff gestanden haben, das Lager abzubrechen, als er entdeckte, daß sich zwei Tauben auf seinem Zelt ein Nest gebaut hatten. Er befahl, das Zelt bis zu seiner Rückkehr stehenzulassen. Dort wo sein Zelt stand, ließ er die nach ihm benannte Moschee bauen. Beim Sturz der Omaijaden im Jahre 750 und der Eroberung Fustats durch die Abbasiden brannte die Stadt bis auf die große Moschee ab.
Nördlich von Fustat (heute Vorort Saijida Zeinab ) gründeten sie ein Al-Askar genanntes Verwaltungsviertel. Hundert Jahre später kam Ahmad Ibn Tulun, Sohn eines Türken, als Vize - Gouveneur nach Fustat. Er gründete eine neue Residenz -und Garnisionsstadt, nämlich El-Katei. Er legte den Grundstein für die Moschee, die seinen Namen trägt. Von hier aus, so heißt es, habe die Islamisierung Ägyptens begonnen und sie erhielt den Beinamen "Um el-Dunya" , Mutter der Welt.
Wieder hundert Jahre später eroberten die Fatimiden die Stadt, deren Feldherr Gohar im Jahre 969 mit der Errichtung seiner neuen Residenz begann. Damals erhielt die Stadt ihren noch heute gültigen Namen: El-Kahira, "Die Siegreiche". In drei Jahrhunderten wuchs El-Fustat zu einer Großstadt heran und umfaßte die Festung Babylon, die Stadt Al-Askar und wuchs mit dem Ort Al-Katai zusammen. Die Stadt galt als bedeutendstes Handelszentrum in diesen 9.Jh. und war mit 120 000 Einwohnern und 300ha Fläche eine der größten Städte. Im Jahre 1175 gab der Großwesir Schawar den Befehl zur völligen Zerstörung der Stadt, damit sie nicht in die Hände der Kreuzritter fiele.
Das mittelalterliche Kairo
Der Wiederaufbau erfolgte im Jahr 1176. Saladin gab den Auftrag zum Bau der Zitadelle. Die folgenden Sultane machten aus El-Qahira eine prächtige Stadt. Doch auch Pestepedemien (z.B. 1492), Plünderungen und Aufstände erschütterten die Stadt. 1517 wurde sie von Sultan Selim I. erobert und zu einer Provinzhauptstadt im Osmanischen Reich. Der Handel mit Gewürzen und später mit Kaffee brachte dem Kairo des 16. und 17.Jh. beträchtlichen Wohlstand. Dann kam Napoleon mit seinen Truppen. Napoleon Bonaparte hielt von 1798-1801 Ägypten besetzt, nachdem er die Heere von Murad Bey in der Schlacht bei den Pyramiden besiegt hatte. Nach der Niederlage seiner Flotte bei Abukir in der Bucht von Alexandria mußte er 1801 aus Ägypten abziehen.
Mohammed Ali ( 1805-1849 ) veranlaßte nach der kurzen französischen Zwischenzeit ab 1805 den Umbau Kairos nach europäischen Vorbild. Er leitete in Ägypten tiefgreifende Reformen ein, u.a. führte er den Baumwollhandel ein, modernisierte das Bewässerungssystem und förderte die Industrialisierung des Landes. So ließ er die Ezbekiya-Seen trockenlegen und baute neue Straßen durch die alten Viertel. Im folgenden wurde Kairo beständig erweitert. Ab 1819 formierte er ein Heer, das für den Sultan in Griechenland und Syrien kämpfen sollte, Mohammed aber tatsächlich eine große Macht gegenüber seinen Oberherrn, Sultan Selim I., verschaffte. Als seine Truppen 1833 bis nach Anatolien vorrückten, schienen die Tage des Sultans schon gezählt. Doch unter dem Druck Großbritaniens und der anderen europäischen Länder wurde Mohammed Ali zum Rückzug nach Ägypten gezwungen. Im Gegenzug sicherte man ihm die Erblichkeit der Herrschaft für seine Familie zu und bot ihm den Titel des Vizekönigs an. Seine Dynastie konnte sich bis 1952 an der Macht halten.

