Ägypten Wissen

Bevölkerung - Daten und Infos

 

1960 zählte Ägypten 16 Mio. Einwohner, im Jahr 2006 wurde die 72-Millionen-Grenze überschritten. Anders gesagt: Auf einer Gesamtfläche von 1.001.049 qkm leben heute 25-mal so viel Menschen wie vor 150 Jahren. Und jedes Jahr kommen etwa 1,2 Mio. Ägypter dazu. Fast 99 Prozent der Bevölkerung leben im Gebiet des Niltales, das weniger als 4 Prozent der gesamten Staatsfläche umfasst. Die genaue Zahl kennt jedoch niemand, die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich viel höher. Wegen Konzentration der Bevölkerung im Niltal und Nildelta gehört Ägypten zu den am dichtesten besiedelten Ländern der Welt. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 78 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Siedlungsdichte im Niltal nimmt von Norden nach Süden ab. Das Nildelta gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt. Die Bevölkerung Ägyptens wächst rasch an; das jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei 1,78 Prozent.

Altersstruktur 0-14 Jahre: 34,59 % (männlich 12,313,585; weiblich 11,739,072).
15-64 Jahre: 61,6% (männlich 21,614,284; weiblich 21,217,978).
65 Jahre und älter: 3,81 % (männlich 1,160,967; weiblich 1,490,758) (Stand: 2001).
Bevölkerungswachstum 1.69 % (Stand: Juli 2001)
Geburtenrate 24,89 Geburten/1,000 Einwohner (Stand: 2001).
Sterblichkeitsrate 7,7 Sterbefälle /1,000 Einwohner (Stand: 2001).
Geschlechterverhältnis Bei der Geburt: 1.05 Knaben/Mädchen. Unter 15 Jahren: 1.05 Knaben/Mädchen.
15-64 Jahre: 1.02 Männer/Frauen. 65 Jahre und mehr: 0.79 Männer/Frauen.
Totale Population 1.02 Männer/Frauen. (Stand: 2001).
Säuglingssterblichkeitsrate 60.46 Sterbefälle/1,000 Geburten (Stand: 2001).

Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bei Männern 68,5 Jahre, bei Frauen 73,6 Jahre (2005).
Die meisten Ägypter stammen von der hamitosemitischen Völkergruppe ab, die schon das alte Ägypten besiedelte und sich mit den Arabern, die das Gebiet im 7. Jh. n. Chr. erobert hatten, vermischte.

Ethnische Minderheiten (1 %): Nubier, Beduinen, Sudanesen, Syrer, Beja und Europäer, vorwiegend Italiener und Franzosen. Heute leben und arbeiten ungefähr 10.000 Amerikaner, 3.500 Briten, 3000 Franzosen, 3000 Deutsche und Tausenden von anderen Europäern und Afrikanern in Ägypten. Es gibt auch viele Lateinamerikaner und größere Zahl aus dem Mittleren Osten, die hier ihre Wohnsitze haben und ihre Geschäfte machen, plus Asiaten aus Indien und den Philippinen. Aufgrund dieser ethnischen Vielfalt weisen die Bewohner des Niltales andere Merkmale auf als die anderen Mittelmeervölker der Region. Das Volk der Nubier bildet eine bedeutende Minderheit in den südlichen Landesteilen. Einige nomadische und halbnomadische Hirtenvölker, insbesondere die Beduinen, leben weiterhin in den Wüstengebieten, wo sie ihre alten Traditionen und Sozialstrukturen weitgehend erhalten haben.

Fast 94 % Muslime (Sunniten), 6 % koptische Christen, Minderheiten von Katholiken, Protestanten, Griechisch-Orthodoxen und Juden. Die Scharia, das islamische Recht, ist eine Quelle der Gesetzgebung. Staatsreligion ist der Islam, zu dem sich nach den Ergebnissen der Zählung von 1986 rd. 94 % der Bevölkerung bekannten (Schätzungen für 1994 nennen um 90 % Islamisten sunnitischer Richtung). Die übrigen rd. 6 % gehören ganz überwiegend der koptisch-orthodoxen Kirche an, die in Ägypten, Sudan und anderen Ländern zusammen um 10 Mio. Mitglieder besitzt. Hinzu kommen kleine Gemeinden verschiedener christlicher Kirchen (Griechisch-Orthodoxe, Katholiken, Armenische Apostolen, Protestanten) und einige Hundert Juden (1986: 794). Trotz latenter Spannungen, die in gelegentlichen Zusammenstößen zwischen militanten Islamisten und Kopten zutage treten, ist die neuere Geschichte von der nationalen Einheit von Muslimen und Kopten geprägt. Zum Nachfolger des im März 1996 verstorbenen konservativen Großscheichs der Al-Azhar Universität (wichtigste Rechtsinstitution im sunnitischen Islam), Ali Gadd al-Haqq, ernannte Mubarak am 27. März 1996 den "liberalen" Scheich Muhammed Sayed Attiyah Tantawi. Zum Hohen Rat der Islamischen Verkündigung gehören der Großscheich, Präsident und Vizepräsident der Al-Azhar Universität, der Minister für islamische Angelegenheiten, der Großmufti (Nasr Wassel) und der Gen.-Sekretär des Hohen Rats für islamische Angelegenheiten.

Modernes Hocharabisch, Umgangssprache Ägyptisch-arabischer Dialekt; Englisch, in geringerem Ausmaß, Französisch als Geschäfts- und Bildungssprachen verbreitet. Der ägyptische Dialekt ist der am weitest verstandene Dialekt aller arabischen Dialekte.

Um auch der breiten Bevölkerungsschicht eine Bildung zu ermöglichen, hatte sich unter Nasser der Staat verpflichtet, alle Hochschulabsolventen, die anderweitig keine Anstellung finden, nach zwei Jahren Wartezeit in den Staatsdienst zu übernehmen. Die Folgen waren: Die Bürokratie blähte sich derart auf, dass viele Stellen mehrfach besetzt wurden und in den Büros gab es mehr Staatsdiener, als Tische und Stühle vorhanden waren. Das Engagement der Staatsdiener wurde durch das "fürstliche" Gehalt auch nicht gerade gefördert. Bei dieser im Grundgedanken löblichen Absicht, ging der Schuss voll nach hinten los. Kostenloser Schul- und Universitätsbesuch. Schulpflicht von 6-14 Jahren. Einschulungsquote 95 %. Insgesamt 13 Hochschulen, davon eine amerikanische Universität. Die Azhar-Universität in Kairo ist eine der ältesten Hochschulen der Welt. 1961 wurden neben dem bestehenden Lehrstuhl für Islamstudien auch noch Fakultäten für Medizin, Betriebswirtschaft und Landwirtschaft gegründet. Seit 1962 sind auch Frauen zum Studium zugelassen. Die 1950 gegründete Ayn-Shams-Universität in Kairo wird von etwa 100 000 Studenten, die Universität Kairo (1908) von mehr als 76 000 Studenten besucht. Zu den weiteren führenden Universitäten gehören die Universität von Alexandria (1942), die Universität Asyut (1957) und die Amerikanische Universität in Kairo (1919). Daneben gibt es zahlreiche Fachhochschulen sowie Kunst- und Musikakademien. 1998 erhielt Ägypten den jährlich vergebenen UNESCO-Preis zur Bekämpfung des Analphabetentums. Zum weiteren Ausbau des öffentlichen Bildungswesens (insbesondere auch im ländlichen Raum) waren im Haushaltsjahr 1998/99 Ausgaben in Höhe von rd. 1,2 Mrd. ägypt. £ veranschlagt. Der Alphabetisierungsgrad beträgt 59,3 Prozent (2005). Das traditionelle Geschlechterrollenverständnis ist die wesentliche Ursache dafür, dass der Alphabetisierungsgrad der weiblichen Bevölkerung (48,9 Prozent) weit hinter dem der Männer (69,4 Prozent) liegt. Im Alter von 12 Jahren beginnt die in zwei dreijährige Zyklen gegliederte Sekundarschule, deren erfolgreicher Abschluß zum Zugang zu Hochschulen, höheren technischen Instituten und Technikerschulen berechtigt. Die weiterführenden Schulen fächern sich in ähnlicher Weise in vier unterschiedliche Schultypen auf, deren Lehrpläne darauf abzielen, die Schüler auf die Universität oder den Besuch einer Fachhochschule vorzubereiten. Die Einschulungsrate betrug 1995 im Grundschulbereich annähernd 100 % und im Sekundarschulbereich 74 % der Kinder in der entsprechenden Altersklasse.

 
 
 

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